31 August 2017 | Politik

Bande mit Nord-Korea schaden Namibia

Japan verhängt genau wie die USA Sanktionen gegen lokale Unternehmen und Personen

Namibia wird sich entscheiden müssen, wem seine künftige Loyalität gehört. Mit der japanischen Ankündigung, Sanktionen gegen Firmen zu verhängen, die mit dem Regime Nord-Koreas in Verbindung gebracht werden können, setzt Japan ein klares Zeichen.

Von Frank Steffen, Windhoek

Der plötzliche Besuch des ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten Chinas, Zhang Gaoli, galt laut Presseerklärungen der Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden traditionell befreundeten Staaten Namibia und China. Dabei habe man sich auf die Vollendung der Straße von Windhoek zum internationalen Hosea-Kutako-Flughafen geeinigt sowie den Bau von Schulen (AZ berichtete).

Diese Abmachungen kommen von langer Hand, denn die Straße stand bereits auf dem Plan, als sich der namibische Präsident, Hage Geingob, Ende 2014 als damaliger Premierminister mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping traf. Da ist es auffallend, dass genau diese Straße, bzw. das betroffene Bauunternehmen, auch zur Sprache kam, als Japan in den letzten Tagen ihr Vornehmen ankündigte, Sanktionen gegen namibische Firmen verhängen zu wollen, weil diese unvermindert Bande zu Nord-Korea (PRK) unterhalten. Laut Nachrichtenagentur Media-24 berichten die japanischen Medien dabei von einem verstärkten Verhältnis zwischen Namibia und der PRK. Der japanische Pressesprecher Yoshihide Suga erklärte, dass Japan seinen Druck auf die PRK verstärken wird, damit diese ihre Nuklearwaffenentwicklung einstellt. Dies folgt einer Zeit, in der Nord-Korea wiederholt Raketenteste in der Region vorgenommen hat und gerade am Anfang der Woche eine Rakete über Japan hinweg in Richtung Meer abfeuerte. Davor hatte PRK-Präsident Kim Jong-Un immerhin von seiner Drohung abgesehen, Raketen in Richtung Guam abzufeuern.

Das chinesische Bauunternehmen Qingdao Construction hatte im vergangenen Jahr einige Projekte von der nord-koreanischen Konstruktionsfirma „Mansudae Overseas Group of Companies“ übernommen, nachdem Namibia Letztere infolge internationalen Drucks formell ausgewiesen hatte. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass der geschäftsführende Direktor von Mansudae, Kim Tong-Chol, auch als zweiter geschäftsführender Direktor des nunmehr beauftragten Bauunternehmens Qingdao Construction (Namibia) dient.

Japan hat angekündigt, dass es Sanktionen gegen vier chinesische und zwei namibische Firmen sowie zwei Staatsunternehmen (je eines aus China und PRK) verhängt und ihren Besitz beschlagnahmt (freezed). Dies entspricht der Ankündigung der amerikanischen Regierung, die nicht einsieht, dass koreanische Arbeiter Devisen für das Regime in Pyongyang heranschaffen. Dies sei allerdings die logische Folge der Übernahme durch Qingdao Construction gewesen, als sie die Projekte mitsamt der Angestellten und Baumaterial von Mansudae übernahm. Die USA hat Sanktionen gegen zehn Firmen und sechs Personen verhängt, worunter Kim, der in Windhoek ansässig ist, und die Firma Qingdao, die der PRK-Firma technologische und finanzielle Unterstützung gewährt haben soll. „Es ist unakzeptabel, dass sich einige nord-koreanische Firmen, die die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen der PRK unterstützen und dabei die gesamte Region destabilisieren, hinter Frontmännern und -Firmen aus China, Russland und anderswo verbergen können“, hatte der US-Finanzminister, Steven Mnuchin, erst unlängst erklärt.

In Afrika soll Namibia der PRK-Firma die meisten Aufträge erteilt haben, worunter der namibische Heldenacker, das Militärmuseum in Okahandja, das namibische Staatshaus und das Unabhängigkeitsdenkmal.
Washington hatte China im Mai aufgefordert mehr Druck auf seinen südlichen Nachbarn auszuüben und durch Wirtschaftsdruck unter Kontrolle zu bekommen, als sich herausstellte, dass der Handel zwischen China und Nord-Korea im Vergleich mit den ersten sechs Monaten des Vorjahres mit 10,5% auf 2,5 Milliarden USD zugenommen hat.

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