28 September 2020 | Vor 50 Jahren

AZ vor 50 Jahren 28. September 1970

DER KUPFERPREIS WIRD STEIGEN

Lusaka - In Bergbaukreisen in Lusaka rechnet man mit steigenden Kupferpreisen an der Londoner MetalIbörse, sobald der volle Umfang der Bergwerkskatastrophe in Mufilia und seine Auswirkungen auf die Kupferexporte bekannt sind. Es kann schätzungsweise einige Monate dauern, ehe diese Mine auch nur ein Viertel ihrer normalen Produktion erzeugen kann. In dieser Mine sind am Wochenende 89 Bergbauarbeiter, darunter drei Weiße, umgekommen, nachdem ein Schacht eingestürzt war. Am Sonntag kündigte Präsident Kenneth Kaunda an, dass die verschütteten Bergbauarbeiter nicht mehr zu retten seien.

VOLKSZÄHLUNG BEWEIST DEN ERFOLG

Kapstadt - Die vorläufigen Statistiken der Volkszählung in diesem Jahr deuten darauf hin, dass die Bantus aus den weißen Wohngebieten in ihre Heimatländer ziehen. Das erklärte Planungsminister J. J. Loots am Freitag im Volksrat. Nach den Worten des Ministers ist die gesamte Bantubevölkerung in den weißen Wohngebieten sowie in den Heimatländern von 1960 bis 1970 um 36,3 Prozent gestiegen. In demselben Zeitraum ist die Zahl der Bantus in den Heimatländern um 68,7 Prozent und in den weißen Wohngebieten nur um 16,8 Prozent gestiegen.

Das bedeute eine Zunahme in den Heimatländern, die wesentlich höher sei als die Zunahme der Gesamtbevölkerung, nämlich 68,7 Prozent gegenüber 36,3 Prozent. Die Zunahme der Bantubevölkerung in den weißen Wohngebieten liege um die Hälfte unter der Zunahme der gesamten Bantubevölkerung, nämlich 16,8 Prozent gegenüber 36,3 Prozent. Der Minister wies darauf hin, dass gewisse geographische Anpassungen gemacht werden mussten, um sinnvolle Vergleiche anstellen zu können. Die Bantuheimatländer sind geo-graphisch so geändert worden, dass sie mit der Größe von 1960 übereinstimmen.

ANGLIKANISCHE PRIESTER AUSGEWIESEN

Stellenbosch - Die südafrikanische Regierung hat die beiden anglikanischen Priester Robert Mercer und Bernard Chamberlain aus Stellenbosch des Landes verwiesen. Sie müssen die Republik bis Ende Oktober verlassen haben. Die beiden Geistlichen haben kürzlich eine Flugschrift innerhalb der anglikanischen Gemeinde in Stellenbosch über den Beschluss des Weltrates der Kirchen, Terroristen im südlichen Afrika finanziell zu unterstützen, verbreitet. In ihrer Schrift haben Mercer und Chamberlain diesen Schritt des Weltkirchenrates zu rechtfertigen versucht.

ENDE DES JORDANISCHEN BÜRGERKRIEGES?

Kairo/Amman - Mit der beiderseitigen Unterzeichnung einer „endgültigen“ Friedensformel zur Beilegung des nunmehr neun Tage währenden Bürgerkrieges in Jordanien durch den jordanischen Monarchen König Hussein und den Befehlshaber der Palästiner, Yasser Arafat, konnten am Sonntagabend die ersten konkreten Ergebnisse in den bisher fieberhaften Friedensbemühungen der arabischen Welt außerhalb Jordaniens erzielt werden. Die Unterzeichnung des Abkommens erfolgte auf Initiative und im Beisein von acht arabischen Staatsoberhäuptern in Kairo, die maßgeblich an dessen Ausarbeitung beteiligt waren. Das Abkommen sieht eine unverzügliche Einstellung jeglicher militärischer Aktivitäten in Jordanien vor. Ferner werden sowohl die jordanische Armee als auch die Freischärler Amman bis zum heutigen Montag geräumt haben müssen. Dabei werden die beiden Parteien fortan auf jegliche politische und militärische Propaganda verzichten müssen.

PORTUGAL BLEIBT IN AFRIKA

Lissabon - Der portugiesische Ministerpräsident Dr. Marcello Caetano gab am Sonntag die Zusicherung, dass die portugiesische Herrschaft in den drei Provinzen Angola, Mosambik und Guinea trotz der hohen Kosten der Antiguerilla-Kampagne und des verlangsamten wirtschaftlichen Fortschrittes erhalten bleiben werde. Dr. Caetano sprach vor der Nationalen Volksaktion, der einzigen in Portugal zugelassenen politischen Partei, am Tag der zweiten Wiederkehr seines Regierungsantrittes.

Man dürfe nicht vergessen, dass Portugal bereits zehn Jahre lang gegen die Terroristen in seinen Überseegebieten kämpfe. Sie genossen die moralische und materielle Unterstützung des Auslandes. Die Terroristen zwangen Portugal zur Verteidigung dieser Gebiete, was wiederum hohe Ausgaben und die Mobilmachung von Tausenden von Männern bedeute. Zahlreiche Familien hatten Angehörige verloren.

MINISTER BOTHA DEMENTIERT SPIONAGEFLÜGE

Kapstadt/Lusaka - Der südafrikanische Verteidigungsminister P. W. Botha hat die Behauptungen Präsident Kenneth Kaundas von Sambia, dass die Republik täglich Spionage-Flüge über sambisches Hoheitsgebiet unternehme und dass südafrikanische Soldaten während der Konferenz der blockfreien Staaten in Lusaka kürzlich nach Sambia eingedrungen seien und Feuersalven abgegeben hätten, energisch zurückgewiesen. Botha bezeichnete diese Unterstellung als eine „weitere Halluzination Präsident Kaundas“. Der Verteidigungsminister dementierte ebenso, dass Südafrika einen Militärstützpunkt in Malawi eingerichtet habe.

In einem Fernsehinterview mit dem holländischen Journalisten Dr. Karel Roskam des Instituts für afrikanische Studien in Leyden hatte Präsident Kaunda von „21 Feuersalven“ südafrikanischer Truppen auf sambischem Gebiet gesprochen, ohne dabei auf Einzelheiten einzugehen. Nach seiner Aussage habe er die Patronenhülsen den amerikanischen, britischen und französischen Botschaftern in Lusaka gezeigt und sie als NATO-Munition identifiziert. Trotz dieser Provokation hatten die sambischen Soldaten strikte Anweisungen erhalten, von jeglichen Gegenschlagen abzusehen.

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