15 März 2021 | Gesundheit

Ausschreibung für Impfstoffe

Staat sucht Angebot für eine Million Impfdosen binnen einer Woche

Interessenträger der Pharmaindustrie vermuten ein abgekartetes Spiel seitens des Staates, der die Auftragsvergabe für eine Million Anti-COVID-19-Impfstoffdosen ausgeschrieben hat. Die Bedingungen für das Einreichen eines Angebots sind derart straff, dass die Vermutung naheliegt, dass der Staat bereits einen vorab ausgesuchten Vertreiber bereitstehen hat.

Von H. Lamprecht & F Steffen, Windhoek

Das Ministerium für Gesundheit und Soziale Dienste (MoHSS) hat sich bereits entschieden, wer den Auftrag für die Lieferung von einer Million COVID-19-Impfstoffdosierungen erhalten wird. Das ist die Meinung und Auffassung einiger Kenner aus dem Gesundheitssektor, nachdem der Staat eine Ausschreibung in Auftrag gegeben hat mit einer Vorlage, die im besten Fall als unredlich betrachtet wird: die Ausschreibung endet bereits am 19. März - also am Ende dieser Woche.

Es dürfe demnach für lokale Lieferanten und Importeure als Privatgeschäfte schwierig - wenn nicht unmöglich - sein, die Lieferung von einer Million Impfstoffdosen binnen den erlaubten sieben Tagen sicherzustellen. Die Ausschreibung folgt ein Jahr nach der Registrierung der ersten beiden COVID-19-Fälle in Namibia und innerhalb einer Woche, nachdem der Gesundheitsminister bestimmte Impfstoffe von der Registrierung beim Pharmazierat (Namibian Medicines Control Council, NMCR) befreit hat. Die von Gesundheitsminister Kalumbi Shangula freigegebenen Impfstoffe waren nicht vom NMCR gutgeheißen und in den meisten Fällen auch nicht von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Notfallmittel registriert worden.

Registrierte Vertreiber

Indessen dürfen lediglich Hersteller und Vertreiber ihr Angebot einreichen, die bereits als Händler von gesetzlich-registrierten pharmazeutischen Produkten aufgeführt sind und über gültige Herstellungs- und Handelslizenzen in Namibia verfügen. Die Ausschreibung des Ministeriums könne auch darauf zurückzuführen sein, dass der Staat diese Menge „privat finanziert“ wissen will, damit er sich so einen Zahlungstermin von 60 bis 90 Tagen erschleichen kann, glaubt einer der Fachkenner.

Shangula behauptet stattdessen, dass der Staat versuche, den Markt zu testen, da selbst der sogenannte Pooled Procurement Mechanism bisher nicht niedrigste Preise garantiert. Laut Shangula verhandelt die Regierung jedoch weiterhin mit Herstellern und Ländern, die Impfstoffe herstellen: „Wir arbeiten auch mit Covax zusammen, doch leider ändern sie die Liefertermine kontinuierlich.“ Der staatliche Verschaffungsrat (CPB) habe sein Ministerium teilweise von der Ausschreibungspflicht befreit. Von daher gebe es bereits einen Agenten, der die Impfstoffe nach Namibia liefern könnte. Betreff der Impfstoffe, die aus Indien bezogen werden sollen, arbeitet das Gesundheitsministerium laut Shangula mit der indischen Botschaft zusammen.

An dem ausgeschriebenen Auftrag dürfen indessen nur Firmen teilnehmen, die über eine Unbedenklichkeitsbescheinigung verfügen, also solche, derer Steuerangelegenheiten in Ordnung sind und ihre Abgaben an die Sozialversicherungs-Kommission geleistet haben. Außerdem muss eine entsprechende Einfuhrgenehmigung des NMRCs vorliegen und die Firma muss aktuell als Pharmahändler beim Rat für Mediziner und Zahnärzte (HPCN) registriert sein.

Unredliche Stornierung

Die Millionen Impfstoffe der nicht-spezifizierten Marke, müssen direkt an das Zentrale Medizindepot (CMS) geliefert werden. In diesem Falle müssen es Stoffe sein, die auf der von der WTO genehmigten Notfallliste (EUL) aufgeführt oder von Regulierungsbehörden anerkannt wurden, die wiederum vom NMRC anerkannt sind. Das Ministerium behält sich das Recht vor, Aufträge teilweise oder insgesamt, ohne eine Zahlung irgendwelcher Strafen, zu stornieren. Das Verfallsdatum muss auf dem Impfstoffs angegeben sein und der Stoff noch „mindestens 70 Prozent“ seiner Haltbarkeit vorweisen.

China hat 100000 Dosen des SinoPharm-Impfstoffs versprochen und Indien will Namibia 30000 Dosen des CoviShield zur Verfügung stellen (AZ berichtete). Indessen soll Namibia laut einem Zwischenbericht von Covax, 127200 Dosen Astra Zeneca erhalten. In einem Gespräch mit der AZ bestätigte Gesundheits-Staatssekretär Ben Nangombe den bevorstehenden Empfang von nur 108000 Dosen des Astra Zeneca Impfstoffes.

Neben Covax und der „African Supply Medical Platform“ (AMSP) der Afrikanischen Union, verhandelt Namibia auch mit Herstellern von COVID-19-Impfstoffen in China, Russland, Indien und den USA. Das vorgeschlagene Gesamtbudget für den Einsatzplan der Impfstoffe beträgt 583 Mio. N$, wovon 484,8 Mio. N$ für den Einkauf bestimmt sind.

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