31 Juli 2019 | Meinung & Kommentare

Ausländer unter die Lupe nehmen

Der älteste und größte Uran-Tagebau der Welt, die Rössing-Mine, hat einen neuen Eigentümer - und befindet sich somit, genau wie alle anderen Uranminen in Namibia, in chinesischer Hand. Damit geht für den vorigen Inhaber, Rio Tinto, eine mehr als 40-jährige Geschichte in Namibia zu Ende. Die offizielle Übergabe der Mine in der vergangenen Woche an den neuen Eigentümer, das chinesische Unternehmen China National Uranium Corporation (CNUC), war für viele Arbeiter ein emotionelles Ereignis, denn sie verabschiedeten sich von ihrem langjährigen Arbeitgeber.

Die Übernahme durch CNUC ist allerdings ein Segen, denn ohne das ausländische Unternehmen hätte das Bergwerk in wenigen Jahren die Türen geschlossen. Der internationale Uranpreis hat sich seit dem Fukushima-Desaster nicht mehr erholt.

Erfreulich war indessen die Aussage vom Gouverneur der Erongo-Region, Cleophas Mutjavikua, der die neuen Minenbesitzer aufforderte, keinen bestehenden Posten zu streichen nur um diesen mit einem Ausländer zu ersetzen. Er wäre mit Sicherheit enttäuscht, würde er feststellen müssen, dass ein Ausländer die Arbeit verrichtet, die qualifizierte Namibier erledigen könnten. Da hat der Gouverneur natürlich Recht, sollte aber auch die neuen Mineninhaber auffordern, bei der Anschaffung von Material und Ausrüstung von lokalen Firmen und Zulieferern Gebrauch zu machen – soweit dies möglich ist. Dabei sollte CNUC auch hiesige Spediteure engagieren, was den Import von Material angeht.

Mittlerweile besitzen einige Ausländer Firmen in der Erongo-Region (sprich Namibia), und sie dienen oft den Minen als Zulieferer – es sind unzählige Auftragnehmer. Dabei gehört es zur Tagesordnung, dass die Einnahmen und Profite dieser Firmen ins Ausland geschleust werden. Es handelt sich um große Beträge, die ins Heimatland geschickt werden und folglich der namibischen Wirtschaft fehlen.

So erfreulich der Aufruf des Gouverneurs darum sein mag, er sollte auch mal die Subunternehmen unter die Lupe nehmen.

Erwin Leuschner

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