08 April 2021 | Glosse

Ausfall und Rückstgoß nach Ostern

Der Osterverkehr mit und ohne Maulbinden is verflogen. Die Opolifi und der Automobil-Unfallfonds rechnen den Feiertagsschaden hoch. Der hält sich so ungefähr in Grenzen. Der Schaden der Partei, die sich für die Größte aller Zeitgen hält - dazu entsteht auch das größte Parteibonzenhauptquartier - is nochall groß, denn nu hat der dritte Oministeli des Geingob-Kabinetts sein Amt niedergelegt. Verteidigungsminister Omushamane Comräd Peter Vilhob mit dem weiteren Titel „Konteradmiral“ hat wie seine ehemaligen Kabinettskollegen !Gôahesab Bernhard Esau vormals von der Fischerei sowie Omushamane Sakky Shangala vormals von der Justiz, dem Präsidenten seine Kündigung eingereicht, die Hage Gottfried auch angenommen hat. ´s Is auf jeden Fall besser, selbst das Amt niederzulegen, anstatt rauszufliegen. ´s Könnte ja sein, dass die Akteure, wenn sie wieder auf freiem Fuß sind und mit der Vergesslichkeit der Öffentlichkeit rechnen können, sich erneut um ein Staatsamt an der Krippe bemühen, die heutzutage mit gepumptem Futter gefüllt is.

Die Namibische Rundfunkanstalt Enn-Bie-ßie zitiert ausgeschiedenen Verteidigungs-Oministeli dahingehend, dass er sich nix habe zuschulden kommen lassen, aber der „Medien-Blitz-Krieg“ gegen ihn habe in genötigt, seinen Hut zu nehmen, damit das Verteidigungsressort nich in Mitleidenschaft gezogen werde. Die Blätter und die Opposition unter Omutengwa McHenry Venaani sehen das allerdings anders, weil sie auch Quellen und nich nur aus Pseudo-Politphrasen schöpfen. Ein Minister im Lande der Tapferen, der Braven und Bravourösen kann in seinem Amt nich sommer so in einem Auslandskonto - diesmal in Hong Kong - 2,8 Mio. Nam-Dollar anhäufen, es sei denn er hätte geerbt oder das große Los gewonnen. Und das hätte er denn auch freimütig im Parlament in der nach den Regeln erwünschten Offenlegung seiner Guthaben mitteilen können. Comräd Vilho hat weder das eine noch das andere tun können. Vor zwölf Jahren hat er sich in einem Waffendeal in Höhe von 1,8 Milliarden N$ mit der chinesischen Regierung angeblich in Korruption verstrickt, so dass 2,8 Mio. N$ unter seinem Namen in einem Off-Shore-Konto in Hong Kong geflossen sind. Das musste sofort fragen: Wie ordnet die chinesische Regierung unsere rechenpflichtigen Amtsträger ein? Kann man selbige Minister an den Schalthebeln der Macht schnell mal mit biekie Schmiergeld manipulieren? Von wo sind bloß Vilhos Millionen gekommen, die er nich deklariert hat? Zur Bestechnung gehören immer zwei Seiten. Schön wär´s, wenn sich die Chinesen dazu äußern würden.

Ihr werdet Euch erinnern, dass Peter Vilho noch als Verteidigungs-Oministeli nach einem Manöver im vergangenen Jahr seiner Mannen bei Karibib aufs Podest gestiegen is und sich die Geschäftsleute mit den bleichen Gesichtern vorgeknöpft hat. Sie kontgrollierten 70% der namibischen Wirtschaft. Ihr Kapital, so wetterte Vilho vor der Soldateska in der Halbwüste, stamme nich aus Business-Scharfsinn oder Geschäftserlös, sondern aus „brutaler Ausbeutung und von ihren Latifundien“. Tjeck das moi, Vilho hat historische Kenntnisse und Bildung: ein Latifundium is ein von Sklaven bewirtschaftetes großes Landgut - eine Anspielung auf die kommerzielen Farmen, von denen fast jeder Oministeli auch mindestens eine besitzt. „Der Reichtum stammt aus billiger Arbeit und dem Kontraktsystem“, wusste Omushamane Vilho anzuprangern. Vilhos Nachfolger, den Omupräsidente III noch nich berufen hat, kann beim nächsten Manöver am Wüstenrand nun fragen, aus welcher Billigarbeit Comräd Vilho seine in Hong Kong gelagerten Millionen geschöpft hat. Jesslaik! Im Lande der Braven und Bravourösen never a dull moment.

Die Zeit der langen Nächt anbricht.

Nun wird es kühler oder nicht.

Der Dickpäns krabbelt lahm daher.

Die Schuldenlast drückt mehr und mehr.



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