08 Februar 2019 | Gesundheit

„Ausbruch zur Norm geworden“

Hepatitis-E-Epidemie dauert an – Todeszahl auf 40 gestiegen

Mehr als ein Jahr ist es her, dass das Gesundheitsministerium den Ausbruch von Hepatitis E verkündet hat. Mittlerweile hat das Virus in nahezu allen Regionen um sich gegriffen und insgesamt 40 Tote gefordert. Und trotz einer sinkenden Anzahl Infektionen muss noch immer viel getan werden.

Von Nina Cerezo, Windhoek

Es scheint, als gehöre das Hepatitis-E-Virus bereits zum Alltag, mahnte gestern der im Dezember 2018 ernannte Gesundheitsminister Kalumbi Shangula bei seinem ersten öffentlichen Aufritt in seiner neuen Funktion. So würden die Menschen das Virus als „Normalität“ hinnehmen und auch nationale wie internationale Hilfeleistungen abflachen. „Doch besiegt ist der Ausbruch noch immer nicht“, erklärte Shangula bei einer Informationsveranstaltung zu Hepatitis E im Windhoeker Zentralkrankenhaus.

Im Dezember 2017 offiziell zur Epidemie erklärt, hat es laut der Ministeriumsmitarbeiterin Emmy-Else Ndevaetela bis zum 27. Januar 2019 landesweit insgesamt 4432 Hepatitis-E-Fälle gegeben. Vierzig seien tödlich verlaufen, bei 17 davon habe es sich bei den Erkrankten um werdende oder frisch gewordene Mütter gehandelt – hier sei die Todesrate mit 42,5 Prozent besonders hoch.

Am stärksten betroffen sei nach wie vor die Region Khomas (3005 Fälle), gefolgt von Erongo (950) und Omusati (170). Nur die Regionen Karas und Sambesi seien bislang von Hepatitis E verschont geblieben, berichtete Ndevaetela.

„Es liegt im Handeln jedes Einzelnen“, erklärte die Ministeriumsmitarbeiterin weiter, die den Menschen in den betroffenen Gebieten auch vorwirft, entgegen der Empfehlungen zu handeln, die ihnen von entsandtem Gesundheitspersonal gemacht würden. So sei vielerorts die Bedeutung des Händewaschens vermittelt worden, bliebe jedoch dennoch unbeachtet. In anderen Gegenden würden sich die Bewohner hingegen auf „altbewährte“ Mittel stützen und beispielsweise in dem Irrglauben verharren, „Panado“-Tabletten könnten jegliche Krankheitserscheinungen heilen. „Hier fehlt es deutlich an Aufklärungsarbeit“, berichtet Ndevaetela und spricht daher auch als Empfehlung die „Neuverpackung“ und eine „massive Ausweitung“ von Hygiene-Kampagnen aus. Weitere zu ergreifende Maßnahmen seien die Erhöhung des Chlorgehalts im Wasser sowie die aktive Einbindung der Bevölkerung, um beispielsweise Vandalismus bei aufgestellten sanitären Anlagen zu verhindern.

Diesen Maßnahmen stimmt auch der Arzt und Gesundheitsberater Dr. Andreas Obholtzer zu. Ihm zufolge spielt das Händewaschen mit Seife eine wesentliche Rolle, um die Ausbreitung des Hepatitis-E-Virus einzudämmen. „Die gesamte Denkweise der Menschen muss sich ändern“, erläutert er. Dies soll nun durch die nationalen Hepatitis-E-Kampagnen geschehen – geleitet wird dieses Projekt vom ehemaligen Gesundheitsminister Dr. Bernard Haufiku.

Gleiche Nachricht

 

Anmeldung beim Krebsregister

vor 1 tag - 15 Februar 2019 | Gesundheit

Windhoek (nic) • Alle Namibier, die in den Jahren 2015 bis 2018 an Krebs erkrankt sind, werden gebeten, dies beim nationalen Krebsregister registrieren zu lassen....

„Ausbruch zur Norm geworden“

1 woche her - 08 Februar 2019 | Gesundheit

Von Nina Cerezo, Windhoek Es scheint, als gehöre das Hepatitis-E-Virus bereits zum Alltag, mahnte gestern der im Dezember 2018 ernannte Gesundheitsminister Kalumbi Shangula bei seinem...

Kampf gegen Hepatitis E

1 woche her - 07 Februar 2019 | Gesundheit

Swakopmund (er) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Swakopmund im Kampf gegen die Verbreitung des infektiösen Hepatitis-E-Virus unterstützen und will gleich mehrere Maßnahmen ergreifen. Der Stadtrat...

Siebenjährige sagt Krebs den Kampf an

1 woche her - 04 Februar 2019 | Gesundheit

Am Wochenende trafen sich knapp 60 Mitglieder des namibischen Ortsverbands der „Harley Owners‘ Group“ (HOG) auf dem Farmgelände von „Du Preez Wild“, außerhalb Otjiwarongo. Bei...

„Ich bin und ich werde“

1 woche her - 04 Februar 2019 | Gesundheit

Von H. Lamprecht & F. Steffen, Windhoek Im Februar 2000 wurde eine Bewusstseinskampagne auf dem „Weltgipfeltreffen gegen Krebs“ beschlossen. Seitdem findet am 4. Februar eines...

DOC-Projekt bietet „Ärzte auf Abruf“

vor 1 monat - 10 Januar 2019 | Gesundheit

Windhoek (nic) – Es ist Wochenende oder gar Feiertag und man selbst oder ein Angehöriger müsste eigentlich dringend zum Arzt? Dies ist ab morgen in...

Letzte Spende läutet Projektende ein

vor 1 monat - 20 Dezember 2018 | Gesundheit

Von Clemens von Alten, WindhoekEs war die letzte Spende im Rahmen des Programmes zur Reduzierung der Mütter- und Kindersterblichkeit (PARMaCM), das vor über fünf Jahren...

Dischem unterstützt junge Frauen

vor 1 monat - 18 Dezember 2018 | Gesundheit

Im Jahre 2012 startete die südafrikanische Imbumba-Stiftung das Caring4girls-Programm, mit dessen Hilfe jungen Mädchen aus der mittellosen Bevölkerungsschicht kostenlose Monatsbinden während ihres Menstruationszyklus zur Verfügung...

Höchste Suizidrate im Dezember

vor 1 monat - 18 Dezember 2018 | Gesundheit

Von Nina Cerezo, WindhoekDeutlich mehr Männer als Frauen entscheiden sich für den Freitod, die am häufigsten gewählte Methode ist das Erhängen und der Monat Dezember...

Hepatitis-Fälle nehmen unverändert zu

vor 2 monaten - 12 Dezember 2018 | Gesundheit

Windhoek (nic) – Das Ministerium für Gesundheit und Soziale Dienste hat in den informellen Siedlungen Havana und Goreangab in Windhoek ein schnelles Bestandserhebung- und Bewertungsverfahren...