28 Juni 2018 | Meinung

Aus der Hölle bis nach Wolkenkuckucksheim

Sollte jemand über winterliche Kälte mounen, dem sollten die Leviten gelesen werden. Die Kalte Zeit, dazu trocken mit bestem Sternhimmel, musste genießen. Und die Wintersonne lockt manchen Lamentierer aus dem Schatten ins Freie. Bei frisch-niedriger Temperatur schmeck s Essen besser. Das Bier wird öfter durch stärkeren Flaschengeist ergänzt oder gar ersetzt. Dazu noch die erlesenen Trockenwurst- und Biltonghappen. Vorsicht beim Biltong-Schnitt, dass ´s Taschenmesser nich in den Daumen abrutscht. Das wär ´n lästiges Eigentor.



Dass Ihr uns ja den

Winter lobt!

Trotz Winteridylle brodelt´s an der politischen Front. Für September is die zweite große Landkonferenz angesagt, nachdem viele Leut, Aktivisten, Hitzköppe und Weltverbesserer mit dem Rahmen nich mehr einverstanden sind, den die erste Landkonferenz 1991 gesetzt hat, der dennoch etliche Jahre lang funktioniert und der manchem Druck standgehalten hat.

Die Zeichen mehren sich, dass die zweite Landkonferenz nach dem Winter im namibischen Hakie-Dorn-Frühling mindestens genau so viel Sports sein wird wie die erste. Von den Schreihals-Kritikern, die die Regierung und ihren Landreform-Minister Comräd Omushamane Uutoni Nujoma jetzt nochall aggressiv angreifen, waren 1991 etliche noch gar nich geboren oder steckten noch in den Windeln. „Free born“ werden die genannt, weil ´se in die freie, souveräne namibische Welt hineingekommen sind, wo - so wenigstens nach der Parteipropaganda - alles mos so viel schöner und herrlicher geworden is als wie´s vorher war.

Die Regierung muss bei der bevorstehenden Landkonferenz, über die wir immer noch nich wissen, an welchen Tagen die stattfinden soll, stief Antworten auf muhrsch viele Fragen bereithalten, die die Land- und Bodenaktivisten, die Populisten sowie hoffnungsvolle Erben vorväterlicher Landstriche - änsessträl länd - beantwortet haben wollen. Derweil das Gouvernement unter Omupräsidente III, Comräd !Gôahesab Hage Gottfried Geingob, wüst geworried nach Antworten sucht, die net nich leicht zu finden sind, isses möglich, dass die 2. Landkonferenz ein weiteres Mal auf die lange Bank geschoben wird.

`nen Vorgeschmack, welche Ansprüche und Forderungen bei der Konferenz gestellt werden dürften, gab´s schon in dieser Woche. Der antikarnevalistische Swakopmunder Revoluzzer Laidlaw Peringanda hat zur Auffrischung deutsch-namibischer Beziehungen, zur Beseitigung von Altlasten sowie für die Wohnungsnot im Lande der Bravourösen die Patentlösung: er fordert rund 800 000 neue Wohnhäuser und vier Mio. Baugrundstücke. Mach kein´ Fout, diese Forderung kann von anderen Aktivisten iesie überboten werden, wenn die sich in Wolkenkuckucksheim auch auf der Genozid-Grundlage einschießen. Zur Zeit ham die sich jedoch an Omushamane Uutoni Nujoma festgebissen, der sich für ´n Moment Luft verschafft hatte, als er einen bohrenden Reporter - es ging um eine Arandis-Farm und um Nujoma-Verwandtschaft - „zur Hölle fahren“ ließ (go to hell!), Dennoch hat sich Omushamane Uutoni noch zu einer Antwort gerappelt.

´n anderes heißes Eisen is die Rehoboth-Oanob-Bodenfrage, die Omushamane Vize-Präsidente Nangolo Mbumba sowie Uutoni Nujoma entwirren müssen. Neidische Beutegeier, die vom Rehobother Stadtrat gesessen ham und wegen Inkompetenz suspendiert wurden, strecken ihre Tentakel zum erfolgreichen Naherholungsort Oanob aus …

Und der Bodenaktivist Job Amupanda hat Omupräsidente Geingob und Uutoni Nujoma mit vier Bodenfragen befeuert, die die beiden kaum oder gar nich beantworten wollen. Geingob und Uutoni seien elitär und hätten sich von den Armen abgehoben, sagt der Job. Und da sind wir noch nich beim Wirtschaftsministerium, das im angolanischen Luanda Boden kaufen will, bisher ohne Finanzklärung, um ein namibisches Geschäftszentrum zu errichten.

Eigentlich könnte Oministeli Tjekero Tweya vom Wirtschaftsressort die leeren, ungenutzten und vermorschten Bauten des neuen Geschäftszentrums von Kalkfeld abmontieren, das sein Ministerium und seine Vorgänger haben errichten lassen. Diese Bauten könnten sie in Luanda als Lego-Blöcke wieder verwenden und dabei zumindest an Baukosten sparen.

Für die Bodenkonferenz gibt´s sowahr stief und muhts noch mehr Zündstoff.

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