28 Februar 2003 | Politik

Aufsehen der Woche

Eher am Rande des Geschehens als auf der großen Bühne hat Premierminister Theo-Ben Gurirab am Montagabend im Sekretariat der Swapo vor führenden Genossen eine Rede gehalten. Es handelt sich hier schlicht um den Umstand, wer welche Aussage an welchem Ort und vor welchem Publikum macht.

Was Gurirab dem Swapo-Kader beigebracht hat, sind an sich keine Neuigkeiten. Im Rahmen der gegenwärtigen Verhältnisse strapazierter menschlicher Beziehungen in der Omaheke, aber auch vor dem Hintergrund unberechenbarer Auftritte Präsident Nujomas ist Gurirabs Stellungnahme und Kursanzeige zur nationalen Versöhnung, Tribalismus und namibischer Xenophobie von derartiger Bedeutung, dass man dem Premier nicht nur als Person, sondern vielmehr die Partei- und Staatspolitik daran messen wird.


Gurirab ist derjenige, der im vergangenen Jahr noch zu Zeiten seines Amts als Außenminister manch extreme Rede Präsident Nujomas nachträglich relativiert und dadurch die Spitzen abgebogen hat. Diesmal bestand kein solcher Anlass. Es war auch keine Cocktailrede vor hiesigem Diplomaten-Publikum, ebenso wenig war es eine Wahlbotschaft. Deshalb steht sein Auftritt als ein Vertrauen bildendes Signal an die ganze Nation und ihre internationalen Partner da, denen zuletzt nach Nujomas Interview mit der Zeitung "Die Welt" im November 2002 und diverser Polemik um die Landreform Zweifel an der gesamten Regierungspolitik aufkommen mussten.


Ermutigend ist Gurirabs tolerante Mahnung, dass Besinnung auf afrikanische Herkunft und Werte auf keinen Fall gute Beziehungen und Zusammenarbeit mit internationalen Kräften ausschließen muss. Er hat mit dieser Rede der namibischen Afrika- und Außenpolitik ein hohes Profil verliehen. In diesem Kontext klingt seine Verpflichtung zur Souveränität nicht mehr wie Angst befangene Abwehr: "Wir werden zu allen Zeiten dem ausländischen Diktat und jedweder Einmischung widerstehen."


Ermutigend ist Gurirabs Aufruf zur offenen Aussprache über alle Probleme, "wo wir auch immer zusammenkommen". Mit Nachdruck lehnt er übliche Ausreden zur Unterbindung solch kritischen Ausstauschs mit der Erklärung ab, dass die Forderung von Beweisen über Missstände bereits auf ihre Verleugnung und damit ihrer grundsätzlichen Duldung hinauslaufe: "Es sollte egal sein, wer diese Fragen zur öffentlichen Untersuchung aufwirft und wo das geschieht. Unser Kriegsgeschrei sollte das ehrliche Gewissen und moralische Autorität behandeln."


Für 2003 hat der Premier einen vernünftigen Ton angegeben.

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