02 März 2012 | Lokales

Aufruf an Nation: Rettet Otjivero!

Windhoek - "Unsere Ressourcen sind nun aufgebraucht", erklärte Bischof Zephania Kameeta (ELCRN), Vorsitzender der BIG-Koalition, gestern in Windhoek. Deshalb bestehe die Gefahr, dass die Bewohner von Otjivero/Omitara zurück in die Armut fallen. "Als ein Zeichen von menschlicher Solidarität rufen wir deshalb zu nationaler und internationaler Unterstützung für die Menschen auf, die in Otjivero leben", so Kameeta. Das Motto lautet: "Rettet Otjivero!"

Dem zweijährigen Pilotprojekt (2008/2009), bei dem ein Grundeinkommen von 100 N$ pro Peron und Monat an die rund 1000 Bewohner des Ortes ausgezahlt wurde, folgte eine sogenannte Brückenfinanzierung mit 80 N$ pro Person. Die BIG-Koalition wollte indes die Regierung überzeugen, die BIG-Auszahlung landesweit einzuführen und diese aus den Staatsfinanzen zu speisen. Da dies nicht gelungen ist, hat die Brückenfinanzierung nach nun 26 Monaten den Etat der BIG-Koalition aufgebraucht. Bereits vor einer Woche hatte Pastor Petrus Khariseb (Direktor der Abteilung für soziale Entwicklung bei der ELCRN) im AZ-Gespräch erklärt, dass lediglich für den Monat März "schon Geld reingekommen" sei. Danach sei die Brückenfinanzierung - für aktuell 930 Bewohner benötige man 74400 N$ pro Monat - nicht gesichert (AZ berichtete).

Es gebe keinen Rückzug von Dauerspendern sagte Uhuru Dempers von der ELCRN auf AZ-Frage zur Spendenbereitschaft der evangelischen Kirche in Deutschland, die viel Geld in das BIG-Projekt gesteckt hat; es seien lediglich "ursprüngliche Verpflichtungen ausgelaufen".

Für Kameeta ist BIG "eine Verantwortung der Regierung". Er bedauerte, dass zwar mehrere Parlamentarier vor Ort von den Erfolgen des Pilotprojekts beeindruckt gewesen seien, dies aber nicht öffentlich gesagt hätten. Angesichts diverser staatlicher Sozialzuschüsse (für Rentner, Kriegsveteranen und Waisenkinder) sagte der Bischof: "Das hat geholfen, aber viele zu viele Menschen bleiben arm." Er erinnerte an die Menschen, die man "in jeder Stadt" auf Müllkippen anträfe, wo sie hausen und Nahrungsmittel suchen würden. Und er warf den Kritikern von BIG vor, dass sie noch keine geeignete Alternative vorgeschlagen hätten. "Wie lange wollen wir noch über Armut debattieren, anstatt zu handeln, um diese auszulöschen?", fragte Kameeta. Er forderte: "Die Zeit ist gekommen, Stellung zu beziehen. Wir brauchen Ihre Unterstützung - nicht morgen, sondern jetzt."

Weitere Infos, auch zu Spendenkonten, gibt's im Internet (www.bignam.org).

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