02 Februar 2017 | Natur & Umwelt

Auf Distanz zu China-Kritik

Regierung glättet Wogen beim Botschafter - Dr. Brown: Kooperation ist wichtiger

Der Offene Brief der Umweltkammer an die chinesische Botschaft hat ein Nachspiel: Die diplomatische Vertretung beschwert sich beim Umweltministerium, das den Inhalt des Briefes umgehend relativiert. Die Umweltkammer bekräftigt indes ihre Kritik und fordert die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Von Stefan Fischer, Windhoek

Vize-Umweltminister Tommy Nambahu hat sich vergangene Woche mit dem designierten chinesischen Botschafter Qui Xuejun getroffen, um Wogen zu glätten. Das geht aus einer Mitteilung des Ministeriums hervor. Demnach hat sich Nambahu im Namen seiner Behörde und der Regierung von dem Offenen Brief distanziert, den die Namibische Umweltkammer (NCE) im Dezember 2016 an die Botschaft gerichtet hat.

In dem Brief hat die NCE auf die massiven Umweltverbrechen (u.a. Wilderei und Diebstahl von Tieren) von Chinesen in diesem Land hingewiesen und die chinesische Botschaft bzw. Regierung in die Verantwortung genommen, gegen diese Kriminalität ihrer Landsleute vorzugehen sowie finanzielle Kompensation für angerichtete Schäden zu leisten (AZ berichtete). Über diesen Brief habe sich der Diplomat schriftlich beim Umweltministerium beschwert, erklärte diese Behörde den Grund des Vizeminister-Besuchs. Der Brief enthalte „Spekulationen und unverhältnismäßige Anschuldigungen gegen chinesische Staatsbürger und die Botschaft“, schreibt Ministeriumssprecher Romeo Muyunda.

Der Vizeminister habe den Offenen Brief als „bedauerlich“ bezeichnet, da dieser das „Potenzial zu negativen Auswirkungen auf die guten Beziehungen zwischen beiden Nationen“ habe. Die in dem Brief geäußerten Sichtweisen entsprächen nicht denen des Umweltministeriums und der Regierung, sondern repräsentierten die Meinungen von Einzelpersonen, heißt es. „Der Inhalt des Briefes ist aufrührerisch und kein gutes Zeichen für unsere historische Beziehung“, wird Nambahu zitiert, der sich Sorgen um das gute namibisch-chinesische Verhältnis mache. Zwar respektiere er die Meinungsfreiheit in Namibia, rufe jedoch Nichtregierungsorganisationen und Einzelpersonen dazu auf, „eine sensible Wortwahl“ zu verwenden und „Pauschalurteile gegen gewisse Staatsbürger zu vermeiden“, wenn sie sich zum Wilderei-Thema äußern.

Der designierte Botschafter habe sich dankbar gezeigt, dass die namibische Regierung ihre Position darstellt. „Obwohl Chinesen in kriminelle Aktivitäten involviert sind, sind nicht alle Chinesen schlechte Menschen und solche verbrecherischen Tendenzen werden von der Regierung Chinas stark verurteilt“, habe der Diplomat gesagt.

Verständnis für die „schwierige Rolle der Regierung, die nationalen Interessen abzuwägen“, räumte NCE-Geschäftsführer Dr. Chris Brown gestern auf AZ-Nachfrage ein. Es sei „einfacher für Nichtregierungsorganisation, die Wahrheit über eine Situation auszusprechen“, erklärte er und bekräftigte die Kritik in dem Offenen Brief. Allerdings: Anstatt sich gegeneinander aufzustellen, sollten alle Interessenträger „zusammenarbeiten“, inklusive namibische und chinesische Regierungen sowie die Zivilgesellschaft, erklärte er abschließend.

Gleiche Nachricht

 

Mensch-Tierkonflikt: Shifeta äußert sich

vor 19 stunden | Natur & Umwelt

Windhoek (ste): Nachdem der ständige Parlamentsausschuss, der sich mit dem Mensch-Tierkonflikt befasst hatte, unlängst seinen Bericht bekanntgemacht hatte und dabei kritische Bemerkungen zu der Verwaltung...

Zunehmender Tierkonflikt

vor 3 tagen - 23 April 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek/Rundu (ab) – Die Zahl tödlicher Angriffe durch Wildtiere ist in der Kavango-Ost-Region während der letzten Jahren deutlich gestiegen. Darauf wies Dr. Samuel Mbambo...

Mit der Angel durch die Wüste

vor 6 tagen - 21 April 2017 | Natur & Umwelt

Von Anne Odendahl, Windhoek Die Sandrennechse lässt sich die heiße Sonne im Süden Namibias auf den Rücken scheinen. Bis zu 42 Grad warm kann ihre...

Shifeta lobt Tourismusboom

vor 6 tagen - 20 April 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek (nic) – Das zurückliegende Jahr war für den Tourismus ein voller Erfolg. Dies gab Umwelt- und Tourismusminister Pohamba Shifeta kürzlich im Rahmen der Haushaltsdebatte...

Dagbreek-Schule für geistig Beeinträchtige gewinnt Recycling-Wettbewerb

vor 2 wochen - 12 April 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek (kb) – Zum zweiten Mal in Folge gewann die Dagbreek-Schule für geistig Beeinträchtigte in Windhoek den jährlichen Recycle-Wettbewerb, der vom Recycle-Namibia-Forum (RNF) ausgetragen wird....

Mit chinesischen Diplomaten den Nashörnern auf der Spur

vor 3 wochen - 06 April 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek (fis) • Namibias Umweltkammer (NCE) hat die Aussagen des chinesischen Vizeaußenministers Zhang Ming als positives Signal gewertet. Der Politiker hatte zu Wochenbeginn das Töten...

Biomüll darf nicht in die Tonne

vor 3 wochen - 04 April 2017 | Natur & Umwelt

Aus kulturellen und ästhetischen Gründen werden überall in Namibia die Überreste von Gärten und Küchen in die Tonne geworfen, und landen damit entweder auf der...

Grausamkeit verurteilt

vor 4 wochen - 30 März 2017 | Natur & Umwelt

Von Nina CerezoWindhoekIm Fall des grausam getöteten Leopards auf der Farm Okamiparara im Otjiwarongo-Bezirk (AZ berichtete) gibt es derzeit im Rahmen der Ermittlungen noch keine...

Zwei Elefantenwilderer gefasst

vor 4 wochen - 30 März 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek/Katima Mulilo (ste) - Am Dienstag hat die Polizei zwei mutmaßliche Wilderer im Mudumu-Nationalpark in der Sambesi-Region verhaftet. Die Beiden werden beschuldigt einen Elefanten erlegt...

Bedeutung von Wasser hervorgehoben

vor 1 monat - 28 März 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek (kb) - Anlässlich des Weltwassertages am 22. März und des Welttages für Feuchtgebiete am 2. Februar haben sich vergangene Woche einige Mitglieder der landesweiten...