29 Januar 2020 | Meinung & Kommentare

Arroganz wird zum Eigentor

Die Landesoberfläche Namibias beträgt 825615 km2 und die unerbittliche Namib-Wüste misst etwa 81000 km2, wovon ein kleiner Teil sich auf die südwestliche Küste Angolas und die nordwestliche, südafrikanische Küste erstreckt. Die Kalahari-Wüste (bzw. Halbwüste) erstreckt sich über Namibia, Südafrika und Botswana - etwa ein Drittel dieser 930000 Quadratkilometer, also knapp 300000 km2, erstrecken sich vom tiefen Südosten bis hoch in den Nordosten des Landes, teilweise am Zentrum des Landes entlang.

Egal welchen Standpunkt man hinsichtlich des Klimawandels vertritt, Namibia war nie ein wasserreiches Land. Es ist sicherlich nicht abwegig, wenn man davon ausgeht, dass schon immer mindestens 50 Prozent des Landes „trocken“ waren. Nicht umsonst gibt es in den Erzählungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen Namibias – auch den zugewanderten Weißen – unzählige Geschichten über die vielen Dürreperioden, die ins Land gingen.

Und selbst die Anliegerregionen im Lande sowie in den benachbarten Ländern verzeichnen zwischendurch besseren Regen, aber es ist und bleibt eine unwahrscheinlich kostbare – weil mangelnde – Ressource.

Nun hat „Wer“ im Landwirtschaftsministerium (vom Kabinett gutgeheißen?) im August 2019 zu einer Zeit, als Namibia mitten in einer extremen Dürre steckte, den „Hahn aufgedreht“. Die Schleusen des Hardap-Dammes wurden zweimal geöffnet, doch trotz der vielen Kritik, wurde dieser fatale Schritt nie ordentlich erklärt. Durch dies unüberlegte Handeln befindet sich eine der wenigen Plantagen und Bewässerungsschemas Namibias in Existenzgefahr! Doch wie immer berührt es scheinbar keine Entscheidungsträger auf Regierungsebene. Der Damm ist halt trocken…

Dann darf es die Regierung nicht wundern, wenn ähnlich der Fischerleute in Walvis Bay (siehe Fishrot und Wahl), demnächst auch die arbeitslosen Farmarbeiter in Mariental auf die Straße gehen und es der Regierung danken, indem sie Parteien wählen, die ihnen versprechen, verantwortungsvoller zu regieren.



Von Frank Steffen

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