27 September 2018 | Polizei & Gericht

Anwalt verklagt Zeitung

Berichte über angebliche Mafia-Kontakte fordern Gericht

Der Anwalt Henner Diekmann muss vermutlich bis zum kommenden Jahr warten, bevor sich das Obergericht mit einer Verleumdungsklage beschäftigen kann, die er gegen eine Tageszeitung und fünf weitere Antragsgegner angestrengt hat.

Von Marc Springer

Windhoek

Das Gesuch wurde gestern zwecks weiterer Vorverhandlung auf den 28. November vertagt. Bis dahin sollen die Prozessbeteiligten ihr weiteres Vorgehen abstimmen und sich auf Daten für das bevorstehende Verfahren verständigen, das wahrscheinlich erst 2019 stattfinden wird.

Die Klage richtet sich gegen den Verleger, die Druckerei, den Chefredakteur und drei Journalisten der Tageszeitung The Namibian und wurde durch zwei Artikel ausgelöst, die jeweils am 6. Mai 2016 und 25. August 2017 veröffentlicht wurden. Die Berichte, die auf einer Auswertung der sogenannten Panama-Papiere beruhen, bringen den Kläger mit der Mafia in Zusammenhang und werfen ihm vor, Eigentümer oder Direktor einiger Firmen zu sein, die Verbindungen zur Cosa Nostra hätten und an illegalem Glückspiel, Erpressung, Betrug, Waffenhandel und Korruption beteiligt seien.

In dem zweiten redaktionellen Beitrag berichtet der Namibian unter Berufung auf Statistiken der Zentralbank, dass Diekmann über seine Anwaltskanzlei an angeblich fragwürdigen Transaktionen im Werte von 14 Millionen N$ beteiligt gewesen sei. Ferner wird er wie zuvor erneut mit dem in Italien inhaftierten Mafia-Boss Vito Palazzolo assoziiert, der angeblich illegal erlangtes Geld in zwei namibischen Firmen „gebunkert“ habe.

Diekmann fühlt sich von den beiden Berichten diffamiert, weil diese den Eindruck erwecken würden, dass er ein Jurist von zweifelhaftem Ruf sei und mit Kriminellen zusammenarbeite. Ferner werde er als unmoralische Person dargestellt, die sich durch vermeintliche Beihilfe zu kriminellen Aktivitäten für eine weitere Tätigkeit als Anwalt disqualifiziert habe.

Weil die Berichterstattung seinem Ruf und Ansehen schade, hat Diekmann die Antragsgegner aufgefordert, eine Gegendarstellung zu veröffentlichen und sich für die vermeintliche Diffamierung zu entschuldigen. Weil dies bisher nicht geschehen sei, soll das Gericht die Zeitung nun dazu verpflichten und ferner anordnen, die beanstandeten Beiträge auch von ihrer Internetseite zu tilgen, wo sie weiterhin international zugänglich seien. Darüber hinaus fordert er Schmerzensgeld in Höhe von 300000 N$ als Wiedergutmachung für die angeblich rufschädigenden Folgen der Berichterstattung.

Die Antragsgegner halten der Forderung in einer Klageerwiderung entgegen, sie stünden zu dem Inhalt der beiden Texte, die gründlich recherchiert worden seien und eine Stellungnahme des Klägers enthielten. Ferner berufen sie sich darauf, dass die Berichterstattung im öffentlichen Interesse und durch die Pressefreiheit legitimiert sei.

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