05 Juni 2018 | Polizei & Gericht

Anwalt fühlt sich diffamiert

Verleumdungsklage gegen Zeitung beschäftigt heute Obergericht

Ein Anwalt hat den Chefredakteur der Zeitung „The Namibian“ sowie deren Herausgeber und Druckerei auf Schadensersatz in Höhe von 250000 N$ verklagt, weil er sich durch einen vor knapp zwei Jahren veröffentlichten Kommentar verunglimpft fühlt.

Von Marc Springer, Windhoek

Zur Begründung der Klage, die heute am Obergericht verhandelt werden soll, führt der Antragsteller Ferdinand Vincent du Toit in einer eidesstattlichen Erklärung an, der von Chefredakteur Tangeni Amupadhi verfasste und am 15. Juli 2016 veröffentlichte Kommentar sei verleumderisch und diffamierend. Schließlich sei in dem Meinungsbeitrag der Eindruck erweckt worden, dass er „habgierig, egoistisch, geizig, unehrlich und moralisch korrupt“ sei, weil er die Rückgabe einer Wohnung erwirkt habe, die seine ehemalige Hausangestellte mit einem Darlehen von ihm gekauft, aber nicht abbezahlt habe.

Konkret beanstandet du Toit die Darstellung, er habe sich auf Kosten der ehemaligen Angestellten Eli Afrikaner bereichert, indem er sie genötigt habe, ihm das nach einigen Jahren deutlich an Wert gestiegene Haus als Spende zu überlassen, nachdem sie ihm das für den Kauf desselben gemachte Darlehen nicht habe zurückzahlen können. Ferner empfindet er die Formulierung als rufschädigend, wonach er und gleichgesinnte Anwälte, Ärzte, Buchprüfer, Ingenieure und Banker „keine Skrupel haben, die Unkenntnis der Armen dafür auszunutzen, die Anzahl ihrer Immobilien zu erweitern“.

Dieser Vorwurf würde nahelegen, dass er mittelose Mitmenschen ausbeuten und ausnutzen würde, was seinem Ansehen als Anwalt geschadet und seinen Ruf auch international beschädigt habe, weil der Kommentar über das Internet auch im Ausland zugänglich sei. Demnach fordert du Toit Schmerzensgeld in Höhe von 250000 N$ als Wiedergutmachung für die ihm angeblich verursachte Verletzung seiner Menschenwürde.

Amupadhi verweist in seiner Klageerwiderung darauf, der Kommentar stütze sich auf einen inhaltlich korrekten Bericht zu dem Thema und sei durch die Presse- und Meinungsfreiheit legitimiert. Ferner beruft er sich darauf, dass der Kommentar im öffentlichen Interesse sei, weil der Vorgang, der Afrikaner ihre Unterkunft gekostet habe, kein Einzelfall sei und der Verlust der eigenen Bleibe ein elementares Grundrecht berühre.

Außerdem weist Amupadhi darauf hin, dass es in vielen Ländern der Welt untersagt sei, Wohnungen von Menschen zu enteignen, die ihre Schulden nicht bezahlen könnten. Hierzulande jedoch gehöre diese Praxis zum Alltag und würden deshalb kontinuierlich verarmte Einwohner ihr Dach über dem Kopf kosten, obwohl dies in der Regel ihr einziges Eigentum darstelle und der Verlust desselben sie „Wind und Wetter“ aussetze.

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