28 Dezember 2018 | Meinung & Kommentare

Angeln ohne jegliche Skrupel

Mehrere Tage lang wurden an verschiedenen Stränden nördlich von Henties Bay besonders große Afrikanische Adlerfische - umgangssprachlich als Kabeljau bekannt - an Land gezogen: der sogenannte Kabeljau-Run hatte begonnen. Dieses jährliche Naturphänomen gilt als eines der kontroversesten Themen an der Küste.

Für Brandungsangler stellen die vielen großen Fische, die dann entlang der Küste in Richtung Süden zum Laichen migrieren, einen Höhepunkt auf dem Kalender dar - einen großen Fisch an Land zu ziehen, ist nun Mal ein unbeschreibliches Erlebnis. Dabei ist das Angeln an der Küste schon lange nicht mehr das, was es mal war. Vor 30 oder sogar 40 Jahren war das Angeln „einfach“ - heute kann man sich glücklich schätzen, wenn man überhaupt etwas fängt. Für die nächste Generation wird es wohl noch schwieriger.

Es gibt leider Angler, die keine Grenzen kennen, die Gesetze missachten und denen Skrupel fehlen. Je mehr Fisch sie fangen und je größer der nächste ist, desto besser - und dabei protzen diese „Fischer“ oft mit ihrem großen Fang, der den gesetzlichen Rahmen sprengt. Um die Fischressource vor unverantwortlicher Ausbeutung zu schützen, wurden vor einigen Jahren Verordnungen eingeführt, doch haben diese bisher wenig gebracht. Würde sich jede Person an das Gesetz halten und in der Tat nur zwei Afrikanische Adlerfische fangen und behalten, die größer als 70 Zentimeter sind, könnte sich diese Ressource sogar erholen.

Leider spricht sich unter den Anglern schnell herum, wann und wo sich Fischereiinspektoren aufhalten, und diese werden dann umgangen. Aber es gibt nicht nur skrupellose Brandungsangler, sondern auch eine erschreckende Anzahl Ski-Boot-Skipper, die geheime Luken in ihre Kähne haben einbauen lassen, wo sie den Fisch vor Gesetzeshütern „verstecken“.

Wegen der Gewissenlosigkeit mancher Fischer und der geringen Anzahl Inspektoren, die leider obendrein von einer gewissen Faulheit befallen sind, wird sich diese wertvolle Fischressource wohl kaum erholen. Schade.

Erwin Leuschner

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