09 Juni 2020 | Tourismus

Anderer Ansatz gefordert

Gastgewerbliche Betriebe durch Richtlinien zum Umdenken animiert

Nach Hotels dürfen in der derzeitigen Phase des COVID-19 bedingten Notstands nun auch Restaurants unter bestimmten Auflagen wieder öffnen. Ein Umdenken im touristischen Gewerbe scheint sowohl bei logistischen Abläufen als auch bei der Vermarktung dennoch unumgänglich.

Von Steffi Balzar

Windhoek

Das bekannte Windhoeker Restaurant Joe's Beerhouse ist nach eigener Aussage stark von dem eingeschränkten Tourismus betroffen. „Uns fehlen die Gäste aus Übersee“, hieß es auf AZ-Nachfrage. Die Umsetzung der vorgeschriebenen Hygienerichtlinien sei weniger das Problem: „Auch bei Einhaltung des vorgegebenen Mindestabstands können wir im Lokal 200 Personen unterbringen.“ Um den lokalen Markt wieder mehr anzusprechen habe das Restaurant eine Treuekarte (Loyalty Card) zurück ins Leben gerufen. „Das Treuesystem gibt es bereits seit 8 Jahren, nun wollen wir es wieder mehr in den Fokus rücken.“ Inhaber der Karte erhielten einen gewissen Rabatt auf ihre Mahlzeit. Der lokale Markt sei sehr wichtig hieß es weiter und solle auch nach einer Rückkehr von Touristen aus Übersee nicht vergessen werden.

Restaurants, die sich schon immer auf den lokalen Markt spezialisiert haben, brauchen scheinbar nur eine gewisse Abänderung des Konzepts. So hieß es auf AZ-Nachfrage bei dem Restaurant The Stellenbosch Wine Bar in Klein Windhoek: „Da wir uns schon immer auf den lokalen Markt konzentriert haben, sind 80 Prozent unserer Kunden Einheimische“. Bedingte Einschränkungen in den Abläufen gebe es trotzdem. „Wir positionieren Kellner an den Eingängen, die Temperaturmessung der Gäste vornehmen und die Tische werden nicht mehr im Voraus komplett eingedeckt “, so Tobias Hein, der Geschäftsführer des Restaurants. Zudem trage das Personal Masken und die bereits geltenden Hygienestandards wurden auch in der Küche nochmals verstärkt.

Ein Umdenken findet auch bei einigen Hotels und Lodges statt. Der Geschäftsführer vom Nest Hotel in Lüderitzbucht, Ulf Grünewald, erklärte der AZ: „Wir haben die Öffnungszeiten unseres Restaurants stark eingeschränkt, damit die Gäste sich nicht zu lange darin aufhalten.“ Die Zimmer werden laut Grünewald nach dem Check-out desinfiziert und danach für 24 Stunden nicht genutzt. Momentan stehe das Hotel eher leer, bei einem Zulauf von Gästen komme eine spezielle Dampfmaschine zum Einsatz, um die Zimmereinigung zu beschleunigen. Interessant ist ihm zufolge für das Hotel in der Zukunft auch die Möglichkeit der Reinigung mit ultraviolettem Licht zur Abtötung von Keimen.

Lodges haben häufig einen räumlichen Vorteil gegenüber Hotels in Städten. Die Einhaltung des Mindestabstand stellt auf der Frans-Indongo-Lodge, die nordöstlich von Otjiwarongo liegt, vorerst keine Herausforderung dar: „Das Gelände ist sehr weitläufig“, so der Geschäftsführer, Alf Walter. Gleichzeitig sei die Lodge normalerweise mehr auf Touristen aus dem Ausland eingestellt, die nun fehlen würden. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung des lokalen Marktes, dieser ist häufig jedoch an die Wochenenden gebunden“, so Walter. Sollte der Tourismus wieder anlaufen, gebe es Überlegungen die Anzahl der Personen wie beispielsweise auf Pirschfahrten einzuschränken und dafür mehr Fahrzeuge einzusetzen. Umstellungen gebe es derweil im Restaurantbereich. Ein Frühstücksbuffet werde trotzdem angeboten, das Auftun übernehme jedoch ein Kellner.

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