24 September 2021 | Politik

Ampel oder Jamaika

Großteil der Wähler ist schon entschieden

Bis zum letzten Tag ringen die Wahlkämpfer um Wählerstimmen. Doch die Spielräume werden immer kleiner. Erwartet wird, dass eine schwierige Regierungsbildung bevorsteht. SPD-Vize Kevin Kühnert setzt schon mal ein paar Duftmarken.

Von M. Herzog und U. Winkhaus, dpa

Berlin

Für die meisten Wähler sind die Würfel schon gefallen: Wenige Tage vor der Bundestagswahl haben sich knapp drei Viertel der Wahlberechtigten in Deutschland nach eigenen Angaben bereits für eine Partei entschieden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. In der aktuellen YouGov-Umfrage erklärten 74 Prozent der Befragten, dass sie bereits eine endgültige Entscheidung getroffen haben. 15 Prozent sagten, sie wollten sich erst später endgültig entscheiden. 9 Prozent machten keine Angaben, 1 Prozent wählte die Option «weiß nicht». Die Befragung wurde online zwischen dem 16. und 22. September durchgeführt.

Das bedeutet, dass die Wahlkämpfer nur noch einen begrenzten Spielraum haben, um die Stimmung unter den Wählern auf den letzten Metern noch zu ändern. Auch bei Yougov liegt die SPD mit 25 Prozent vor der Union, die in dieser Umfrage auf 21 Prozent kommt (plus ein Punkt im Vergleich zur Vorwoche). An dritter Stelle liegen die Grünen mit 14 Prozent (minus 1), gefolgt von der AfD mit 12 Prozent (plus 1) und der FDP mit 11 Prozent (plus 1). Die Linke käme auf 7 Prozent (minus 1).

Ein ähnliches Bild hatten auch die in dieser Woche veröffentlichten Umfragen der Institute Forsa und Insa ergeben. Klar ist aber auch: Wahlumfragen sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Demoskopen die Gewichtung. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider.

Es wird damit gerechnet, dass Deutschland nach der Bundestagswahl vor einer schwierigen Regierungsbildung steht. Sollte die SPD am Sonntag vorne liegen und es nicht für Rot-Grün reichen, gilt es am wahrscheinlichsten, dass Kanzlerkandidat Olaf Scholz ein Ampelbündnis mit Grünen und FDP bilden will. Im Fall eines Sieges der Union gilt es als wahrscheinlich, dass Kanzlerkandidat Armin Laschet ein Jamaikabündnis mit Grünen und FDP anstrebt.

Beim linken Flügel der SPD sorgt die Aussicht auf eine Ampelkoalition jedoch für wenig Begeisterung. SPD-Vize Kevin Kühnert zweifelte die Verlässlichkeit von FDP-Chef Christian Lindner offen an: „Christian Lindner ist ein Luftikus“, sagte der frühere Juso-Chef der „Rheinischen Post“ auf die Frage, wie sehr er sich auf Lindner als möglichen Partner in einem Ampelbündnis freue.

Juso-Chefin Jessica Rosenthal forderte, auch Rot-Grün-Rot auszuloten, falls die Mehrheitsverhältnisse das hergeben sollten. Der CDU-Wirtschaftsrat warnte vor einer rot-grün-roten Koalition. Generalsekretär Wolfgang Steiger vertrat die Ansicht, dass sich Scholz nicht gegen die Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans durchsetzen könne, wenn es um die Regierungsbildung gehe.

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