29 Januar 2019 |

Amokläufer in Innenstadt

Mann erschießt Abteilungsleiterin des Gesundheitsministeriums

Gestern lief ein Angestellter des namibischen Gesundheitsministeriums Amok und schoss auf zwei seiner Kolleginnen. Die Abteilungsleiterin des ministeriumsgeleiteten „Global Funds“, erlag ihren Wunden, während ihre ebenfalls getroffene Kollegin ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Der Täter stellte sich kurz darauf der Polizei.

Von Frank Steffen, Windhoek

Bei einem bisher unerklärten Amoklauf, soll sich laut dem Staatssekretär des Ministeriums für Gesundheit und Sozialdienste (MoHSS), Ben Nangombe, ein Mitarbeiter im Capital Centre in der Windhoeker Innenstadt vom zweiten Flur auf den achten Stock begeben haben, wo er gezielt zwei Schüsse auf Saara Mwilima abgegeben haben soll, bevor er sich an sein zweites Opfer wandte und zwei weitere Schüsse abgab. Während die 58-jährige Mwilima ihren Wunden noch auf der Stelle erlag, wurde ihre angeschossene Kollegin Ester Nepolo verletzt ins unweit gelegene Römisch-Katholische Krankenhaus eingeliefert. Über ihren Zustand wollte sich der Pressesprecher der namibischen Polizei (NamPol), Kommissar Edwin Kanguatjivi, nicht auslassen.

Generell scheint der Auslöser dieses Vorfalls noch unbekannt, denn erst war die Sprache von einer Eifersuchtstat (im Lokaljargon mittlerweile als „passion killing“ bekannt), doch laut Kanguatjivi bleibt dies in jeder Hinsicht unbestätigt. „Als Polizist kann ich nicht spekulieren wie die Masse, ich halte mich an die Fakten. Bisher wissen wir, dass sich ein Mann unten an der Rezeption bei den Sicherheitsbeamten namentlich nach zwei Frauen erkundigt haben soll und dann mit dem Aufzug in den achten Stock hochfuhr. Dort angekommen soll er zwei tödliche Schüsse auf Mwilima abgefeuert haben. Laut dem für diesen Flur zuständigen Sicherheitsbeamten hat der Mann dann die Waffe auf Nepolo gerichtet und sie verletzt bevor er floh“, so Kanguatjivi, dem die Nachricht, dass der Amokläufer ein Arbeitnehmer des MoHSS vom zweiten Stock sein sollte, fremd war. Des Weiteren wisse er bisher nur, dass sich der Täter kurz darauf den Kollegen der Wanaheda-Polizeiwache gestellt habe.

Inzwischen soll der NamPol-Untersuchungsleiter der Khomas-Region, Sylvanus Nghishidimbwa, laut der namibischen Nachrichtenagentur Nampa bekanntgegeben haben, dass sich der Vorfall bereits um 11 Uhr im benachbarten Frans-Indongo-Bürogebäude zugetragen haben soll. Bei dem 33-jährigen Täter soll es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter der beiden Frauen gehandelt haben, der sich kurz darauf bei der Wanaheda-Polizeiwache gemeldet und ergeben habe.

Traumatisierte Kollegen

Der Vorfall hat sich tatsächlich im Capital Centre zugetragen. Sämtliche Stockwerke des Gebäudes waren abgesperrt und für die Presse unzugänglich. Allerdings blieb der Tatort von der Polizei unbewacht und war auch nicht mit Polizeiband abgesperrt. Die Vize-Staatssekretärin des Gesundheitsministeriums, Petronella Masabane, bestätigte der AZ, dass es sich bei den beiden Frauen um Mitarbeiter der „Global Funds“-Abteilung gehandelt habe. „Wir werden Frau Mwilima, die Abteilungsleiterin für ‚Global Funds‘ schmerzlich vermissen. Sie hat im Beruf Gewaltiges geleistet und sind wir als Kollegen heute tief erschüttert. Wichtig ist nun, dass alle Kollegen sich für eine ärztliche Untersuchung melden, denn die Auswirkungen dieser schrecklichen Tat sind nicht ohne weiteres abzusehen“, erklärte eine sichtlich ergriffene Masabane.

„Es scheint sich hier um einen vorsätzlichen Mord zu handeln, meinte Masabane in einem Gespräch mit der AZ und fügte hinzu: „Es handelt sich um einen ehemaligen Abteilungskollegen dieser Frauen, der inzwischen bei der Abteilung für primäre Gesundheitsfürsorge tätig war. Warum er diesen Mord beging bleibt uns vorerst ein absolutes Rätsel.“ Umstehende Kollegen der Verstorbenen waren derart erschüttert, dass sie kein Kommentar zu dem Vorfall abgeben wollten.

Nangombe wandte sich an seine Kollegen und gab ihnen den Tag frei. An die direkt betroffenen Kollegen der Abteilung gewandt, wies er auf die Möglichkeit einer verschleppten Schockreaktion: „Denkt dran, die Folgen könnten sich bei manchen von Euch erst in ein paar Tagen bemerkbar machen. Lasst Euch untersuchen!“

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