03 September 2021 | Politik

Amadhila verteidigt sich

Premierministerin und Ehemann stehen erneut vor Korruptionsvorwürfen

Tobias Amadhila, Ehemann der Premierministerin, hat sich gegen Vorwürfe verteidigt, bei der Rückzahlung von Krediten bevorzugt behandelt worden zu sein. Es ist nicht das erste Mal, dass dem Ehepaar finanzielle Unregelmäßigkeiten vorgeworfen werden.

VonTuyeimo Haidula und Katharina Moser,

Windhoek

Der Geschäftsmann Tobias Amadhila, Ehemann von Premierministerin Saara Kuugongelwa-Amadhila, hat Anschuldigungen zurückgewiesen, denen zufolge er von der Entwicklungsbank Namibias bevorzugt behandelt worden ist. Ihm wird vorgeworfen, durch seine Position als Ehemann der Premierministerin bei der Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von 180 Millionen N$ bevorteilt worden zu sein. „Als Geschäftsmann hat mich die Unterstellung verstört, dass meine Geschäfte mit der Bank das Ergebnis von Bevorteilung und der Einflussnahme meiner Frau sind“, so ließ er in einer Stellungnahme verlauten. Er habe bereits 49,1 Millionen N$ zurückgezahlt, und das Darlehen keineswegs, wie von Medien kritisiert, für den Bau einer Privatresidenz genutzt. Ihm zufolge hat er zwischen 2014 und 2016 ein Kredit in Höhe von 100 Millionen N$ für den Bau einer Shopping Mall bei dem Outapi Shopping Centre erhalten, sowie 4 Millionen N$ für die Bauausschreibung. Im Jahr 2017 habe er als Mitbesitzer eines weiteren Unternehmens ein Darlehen von 40 Millionen N$ beantragt. Alle Darlehen seien auf transparente Weise und gemäß der geltenden Regelungen erworben worden. „Niemand hat mir einen Gefallen getan, um sie zu erhalten. Ich verurteile diese bösartigen Vorwürfe, dass die Entwicklungsbank mich bevorzugt hat, weil sie meiner Frau untersteht. Dies ist unwahr“, so Amadhila. Die Zeitung The Namibian hatte in mehreren Berichten angeprangert, dass die Bank bei verspäteter Rückzahlung nicht so hart vorgehe wie gegen andere Kunden. Amadhila begründete seinen Zahlungsrückstand mit der ökonomischen Krise durch Corona.

Allerdings ist dies nicht das erste Mal, dass Amadhila und Kuugongelwa durch finanzielle Unregelmäßigkeiten auffallen. Im vergangenen Jahr hatte das Ehepaar ihre Farm Duwib für einen Preis, der drei Mal so hoch war wie der ursprüngliche Kaufpreis vor neun Jahren, an den Staat verkauft (AZ berichtete). Amadhila und die Premierministerin sind zu gleichen Teilen Anteilseigner der Firma „Seize the Moment Investment Fifty Six CC“. Diese Close Corporation (CC) ist eine Geschäftseinheit, die nur bedingt namibischem Gesellschaftsrecht untersteht. Der ursprüngliche Besitzer Karl-Heinz Friederich verkaufte Farm Duwib im Jahr 2011 für 3,75 Millionen N$ an die CC, deren einziges eingetragenes Mitglied zu dem Zeitpunkt Nicolaas Grundeling war. Ab 2012 ist auch das Ehepaar Amadhila als Beteiligte eingetragen, und die Farm diente als Sicherheit, als es bei dem Grundbuchamt eine Hypothek aufnahm. Bei dem Weiterverkauf wurden kritische Fragen laut, wie Amadhila und Kuugongelwa überhaupt an die Farm gekommen waren.

Angesichts dieser fragwürdigen Verwicklungen forderte der Vizeparteiführer des Landless People’s Movement (LPM), Henny Seibeb, vor wenigen Tagen in einer Pressekonferenz, Präsident Geingob müsse Saara Kuugongelwa-Amadhila aus ihrem Amt als Premierministerin entlassen. Sie sei die „Drahtzieherin hinter all dieser Korruption“.

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