15 August 2019 | Landwirtschaft

Alternative in der Landwirtschaft

Neue Denkweisen durch Nutzung enormer Biomasse-Ressourcen

Bereits zum zweiten Mal wurde eine industrieausgerichtete Messe für die Nutzung der namibischen Biomassen-Reserven angeboten. Während die Dürre vielen Farmern zu schaffen macht, gewährt die Nutzung der Naturressource in Form von Busch den Farmern Alternativen und zieht weitere Entwicklung nach sich.

Von Frank Steffen

Windhoek/Otjiwa

Bevor die zweite Messe für Biomassen-Technologie, die am 9. August 2019 auf dem Farmgelände der Otjiwa Safari Lodge, südlich von Otjiwarongo begann, wurde erst die vierte Jahreshauptversammlung der Namibia Charcoal Association (NCA) abgehalten. DIE NCA konnte mit einigen guten Zahlen in ihrem Jahresbericht aufwarten.

Demnach boomt die Holzkohleproduktion in Namibia: sie hat mit 33 Prozent zugenommen. Farmer können auf diese Weise ihre Farmen produktiv nutzen und auch ihre Arbeiter nehmen an einem lukrativen Handel teil, denn sie bekommen etwa 42 Prozent des Verkaufspreises als Lohn ausgezahlt. Laut dem Geschäftsführer der NCA, Michael Degé, empfangen ungeschulte Arbeiter der NCA-affilierten Holzkohleproduzenten durchschnittlich 5000 N$ pro Monat. Diese Einnahme kann durch zusätzlichen Einsatz noch höher ausfallen.

Indessen gibt es laut Degé bereits feste Zusagen aus Deutschland, Namibia noch mehr Holzkohle abzunehmen: „Werner Berg von DHG, der namibische Holzkohle nach Deutschland exportiert, will die Produktionskapazität sofort von 18000 auf 45000 Tonnen erhöhen. In den öffentlichen Bereichen wird die NCA zusammen mit dem Forstamt und dem Beratungsdienst für die Entbuschung Pilotprojekte starten, um die Holzkohleproduktion dort zu fördern.“

Namens des NCA lobte Degé die Vertreterin des internationalen Forest Stewardship Council (FSC), Manushka Moodley, für ihre hervorragende Arbeit: „Der namibische FSC-Standard ist formalisiert und das ist ein enormer Meilenstein für unser Land. Die Richtlinien sind jetzt speziell auf den namibischen Busch und die Umwelt abgestimmt. Dies erleichtert den Farmern die Erlangung der FSC-Zertifizierung erheblich.“

In den Wochen vor der Messe, hatte die Namibia Biomass Industry Group (N-BiG) zusammen mit dem NCA die Vorzüge der Technologien zur

Gewinnung und Verarbeitung von Biomasse betont (AZ berichtete). Laut den Organisatoren hatten sich letztendlich knapp 1400 Besucher auf

den Weg zu dieser industriespezifischen Messe gemacht. Die Biomass Technology Expo (BTE) wurde dadurch zum „größten Biomassetag, den Namibia jemals erlebt hat“, so die Veranstalter.

Ned Sibeya, stellvertretender Leiter der Nationalen Planungskommission (NPC), ermutigte die Besucher in seiner Eröffnungsrede: „Die Veranstaltung verbindet Käufer mit Verkäufern, Experten mit Laien und Namibia mit dem Rest der Welt. Die BTE ­entwickelt neue Denkweisen über unsere enormen Biomasse-Ressourcen und deren Nutzung. Die Technologie, die das Herzstück dieser Messe bildet, bietet die Möglichkeit, den wahren Wert dieser Ressource zu erschließen.“

Knapp 120 Aussteller hatten sich eingefunden, worunter renommierte Eisenwarenhändler und Equipment-Vertreiber sowie kleine und mittelständische Betriebe (SMEs), die ihre Produkte anboten. So wurden nicht nur den etablierten Produzenten die neusten Produkte und Methoden vorgestellt, sondern stand auch den Neueinsteigern umfassende Information zur Verfügung – denn es geht nicht nur um den Verkauf von Holzkohle.

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