30 März 2010 | Kommentar

Alarmstufe rot im namibischen Fußball

Es brennt lichterloh und an allen Ecken und Enden des namibischen Fußballs. Die Namibische Premierliga (NPL) und der Namibische Fußballverband (NFA) steuern den beliebtesten Breitensport gerade mit voller Pulle an die Wand.
Am Freitag ereilte die Premierliga-Teams eine Hiobsbotschaft - das Geld ist alle. Jeden Monat erhalten die zwölf Profiklubs von der NPL 30000 N$. Und im April soll damit Schluss ein, wie ein offizielles Schreiben der NPL an die Vereine konstatiert. In den letzten beiden Monaten wurde darüber hinaus nur die Hälfte des zugesagten Geldes ausgezahlt, wie die Allgemeine Zeitung erfuhr. Bei dem Hauptsponsor MTC erntet man nur Achselzucken, wenn man nach den Gründen des Zahlungsstops fragt. MTC kommt nach eigener Aussage seinen Verpflichtungen nach, zahlt also pünktlich seinen zugesicherten Betrag an die NPL aus. Solche Vorfälle sind im namibischen Fußball keine Einzelfälle. Als vor nicht allzu langer Zeit die Orlando Pirates Meister wurden, mussten die Spieler drei, vier Monate auf ihre Meisterprämie warten. Vögel zwitschern unterdessen von den Dächern, dass die NPL verschuldet ist und ihr stets im Verlaufe der Saison das Geld ausgeht. Dann stopft sie von Jahr zu Jahr mit den Sponsoreneinnahmen des Saisonbeginns die Schuldenlöcher aus dem alten Jahr - und kreiert gleichzeitig einen finanziellen Miss-Start in die neue Fußball-Saison.
Doch nicht nur die NPL bekleckert sich mit Ruhm und Ehre. Was die NPL-Bosse können, können wir schon lange, dachte sich wohl die Vorsitzenden in der NFA. Wie kopflos die NFA agiert, wurde unter anderem durch den Pistolenschuss-Vorfall im Stadion des Sportklubs Windhoek (SKW) deutlich. Nur weil Leo nicht im MTC-dominierten Sam-Nujoma-Stadion spielen wollte, schmissen die NFA-Bosse alle Sicherheitsbedenken über Bord und setzten das SKW-Stadion als Austragungsort fest. Eine schlechte Entscheidung, die sich auch folglich rächte. Das toppte dann auch noch Nationalmannschafts-Teammanager Tim Isaaks, als er vor dem schwierigen Seychellen-Spiel nicht bemerkte, das Black-Afrika-Stürmers Roger Katjiteo keinen Spielerpass besaß. Nun steht der für sein defensives Spiel kritisierte Nationalcoach ohne Schuld in der Schusslinie. Damit jagt die NFA den besten Trainer der letzten Jahrzehnte aus dem Land.

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