07 August 2020 | Afrika

Afrika überschreitet Millionenmarke bei Corona-Fällen

Johannesburg (dpa) - Afrika hat laut der Afrikanischen Union (AU) mehr als eine Million nachgewiesene Corona-Fälle verzeichnet. Mehr als 22 000 Infizierte seien gestorben, teilte die AU heute mit. Demnach stellt Südafrika mit 538 184 Fällen gut die Hälfte der registrierten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Weitere Schwerpunktländer sind Ägypten, Nigeria, Algerien und der Sudan. Nach Expertenansicht liegt die Dunkelziffer auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen allerdings weitaus höher.
Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) sprach daher von der Spitze eines Eisbergs. Es mangelt oft an Tests, an Personal sowie in einigen Ländern mittlerweile auch an genügend Krankenhausbetten. In Ländern wie Tansania gibt es seit längerem keine aktuellen Zahlen. Die Helfer kämpften daher oft im Ungewissen, betonte Michelle Gayer vom IRC: „Die meisten dieser Länder tun was sie können, um die Testmöglichkeiten zu erhöhen und verbessern auch den Zugangs zu verfügbaren Daten, aber sie benötigen Hilfe.“
Die Entwicklungsorganisation ONE warnte am Freitag angesichts der Entwicklung vor schlimmen Folgen für den Kontinent. „Durch die Corona-Krise drohen in Afrika 30 Millionen Jobs verloren zu gehen; die Wirtschaft auf dem Kontinent bricht ein“, betonte Deutschland-Direktor Stephan Exo-Kreischer. Zudem bedrohe die sich verschärfende Nahrungsmittelknappheit die Lebensgrundlage vieler Menschen vor Ort. Unbürokratische Hilfe sei schleunigst erforderlich. Den ärmsten Ländern fehlen zudem die finanziellen Mittel, um die Krise zu bewältigen. Bilaterale, multilaterale und private Gläubiger sollten den Entwicklungsländern daher ihre Schulden bis mindestens Ende 2021 stunden, fordert die Organisation.
Das Coronavirus hat sich bislang relativ langsam auf dem Kontinent verbreitet, die Gesamtzahl der Fälle ist noch gering im Vergleich zu anderen Regionen. Die erste Infektion wurde in Afrika später registriert als anderorts, und die meisten Regierungen haben rasch strenge Maßnahmen verhängt, da die Gesundheitssysteme in vielen afrikanischen Staaten sehr schwach sind. Auf der anderen Seite haben die strengen Lockdown-Maßnahmen verheerende Auswirkungen auf Menschen und Volkswirtschaften. Zur Erhöhung der Testkapazitäten haben sich die Staaten des Kontinents früh für die gemeinsame Beschaffung von medizinischem Gerät zusammengeschlossen. Afrika ist auch beteiligt an Versuchen für einen Impfstoff gegen das Coronavirus.

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