21 April 2017 | Polizei & Gericht

Affekthandlung führt zu Haft

Polizeibeamter wegen Mordes zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt

Das Obergericht hat die Affekthandlung eines ehemaligen Polizisten mit 25 Jahren Haft bestraft, der vor über vier Jahren bei einer Bar in Khomasdal fatale Rache an zwei Angreifern geübt hat, als diese keine Gefahr mehr für ihn darstellten.

Von Marc Springer, Windhoek

Der 31-jährige Angeklagte Justin Munsu Simataa war vor drei Wochen wegen Mordes, versuchten Mordes, Sachbeschädigung und Abfeuern einer Schusswaffe im Stadtgebiet verurteilt worden. Richter Nate Ndauendapo sah es damals als erweisen an, dass der Ex-Polizist am 26. Oktober 2012 bei einer Bar in Khomasdal grundlos neun Schüsse auf die Insassen eines Autos abgegeben und dabei den 25-jährigen Firmino Fabrice Mael getötet und dessen Bekannten Millikan Likando schwer verletzt hat. Ferner kam er zu dem Schluss, dass die beiden Opfer zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr für Simataa dargestellt hätten und dieser entgegen eigener Darstellung nicht aus Notwehr gehandelt habe.

Bei seiner gestrigen Strafmaßverkündung wertete es Ndauendapo als erschwerenden Umstand, dass Simataa als Polizist zum Schutz der Öffentlichkeit verpflichtet sei, durch den „brutalen“ Mord jedoch nicht nur das Gesetz in eigene Hände genommen, sondern sich auch in völlig unverhältnismäßiger Weise für einen zuvor erlittenen Angriff gerächt habe. Darüber hinaus zähle gegen ihn, dass er nach dem von ihm ausgelösten „Trommelfeuer“ dem noch lebenden Mael keine Hilfestellung geleistet, sondern den Tatort verlassen habe.

Gleichzeitig ließ Ndauendapo als mildernden Umstand gelten, dass Simataa von den beiden Opfern zuvor „provoziert“ und nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Zeugen in der Bar zunächst niedergeschlagen und dann durch Fußtritte malträtiert worden sei. Er habe also nicht planmäßig sondern „impulsiv“ gehandelt, als er kurz darauf seine Dienstwaffe am Eingang des Lokals abgeholt und den beiden Angreifern nach draußen gefolgt sei, wo er aus nächster Nähe in ihren Wagen gefeuert habe, bevor sie hätten abfahren können.

Obwohl sich die Provokation strafmildernd auswirken müsse, sei sie dennoch keine Rechtfertigung für die Überreaktion des Angeklagten. Schließlich würden Menschen im Alltag regelmäßig „gereizt, gedemütigt und erniedrigt“ ohne die Beherrschung verlieren und Selbstjustiz üben zu dürfen.

Demnach verurteilte Ndauendapo den Ex-Polizisten zu 30 Jahren Haft wegen Mordes, von denen er fünf Jahre zur Bewährung aussetzte. Ferner verhängte er 15 Jahre Freiheitsentzug wegen versuchten Mordes, zwei Jahre Gefängnis wegen Sachbeschädigung und ein Jahr für das unerlaubte Abfeuern einer Waffe im Stadtgebiet. Da Simataa sämtliche dieser Strafen parallel zu seiner wegen Mordes auferlegten Haftdauer verbüßen wird, beträgt die effektive Länge seiner Gefangenschaft 25 Jahre.

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