04 November 2013 | Gesellschaft

Abschied von Schlenther: „Lieber Schulleiter, wo gehen Sie hin...?“

Er war festlich, er war fröhlich, er war bewegend – nach der offiziellen Feier am Donnerstagvormittag in der DWS-Aula gab es am Freitagabend an gleicher Stelle nochmal eine Veranstaltung zur Verabschiedung des DSW-Schulleiters Peter Schlenther. Diesmal hatte sich rund 130 Gäste dort versammelt – Familie, Freunde, Kollegen, Weggefährten. Und die meisten von ihnen fragen: „Lieber Schulleiter, wo gehen Sie hin...?“ Für den scheidenden Schulleiter gab es im Gegensatz zum Donnerstag diesmal weniger Worte, dafür reichlich Musik. Eine Lehrerin brachte ein Solo, dann musizierten andere Pädagoginnen mit verschiedenen Instrumenten. Plötzlich betraten alle Kollegen die Bühne – das erste Mal komplett, hieß es. Mit voller Inbrunst, Kraft und mehreren Stimmen sagten sie ihrem „Chef“ auf ihre Art und Weise mit eigenen Worten ade. „Lieber Schulleiter, lieber Kollege, lieber Herr Schlenther, wo gehen Sie hin...?“, hieß es im Refrain. Geht er nach Kapstadt, nach Swakopmund oder woanders hin? Nein, so war sich die Gesangsgruppe einig: Peter Schlenther bleibt in Windhoek und geht in den „Unruhestand“. Er selbst verriet nicht, welche Liedzeile denn nun zutrifft, aber er war sichtlich gerührt von der Darbietung seiner künftigen Ex-Kollegen – der absolute Höhepunkt des Abends. Ganz klischeehaft spielte ein DSW-Lehrer-Miniorchester dann noch „Time to say goodbye“, bevor Peter Schlenther selbst das Mikrofon in der Hand hielt. Soll er nun die 25 Jahre Geschichte, die er als DSW-Schulleiter gedient hat, wiederholen? Nein, befand Schlenther, denn: „Was viel wichtiger ist: Ihr und Sie alle hier sind meine Freunde, wir haben viel zusammen durchgestanden. – Hier sind Leute, die hart arbeiten können, nicht nur Geld spenden.“ Dann gab es doch noch etwas Geschichte und Anekdoten. Zum Beispiel über Klaus-Dieter Nipko, einen wichtigen Mäzen den Deltaschule („Dieses Engagement brauchen wir.“). Oder über Rüdiger Reichstein, „den frechsten DSW-Schüler aller Zeiten“, der später jahrelang im Schulvorstand diente – was Schlenther dann zum Meinungswechsel bewogen hat: „Der ist doch nicht unerziehbar.“ „Die Integration an dieser Schule“, so meinte Schlenther, „funktioniert ganz wunderbar“. „Ich hätte das nie für möglich gehalten, dass aus einem harmonischen Nebeneinander ein Miteinander wurde“, führte er aus und wurde schließlich richtig sentimental: „Das, was gestern und heute hier passiert ist, ist unbeschreiblich. Irgendwie muss ich begreifen, dass dies für mich war; das werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Ich gehe mit einem Herz voller Dank – und ich verbeuge mich tief. Vielen Dank für die Ehre, die Sie mir erwiesen haben.“ Die Gäste quittierten diese Worte mit stehenden Ovationen, und Schlenther setzte noch einen drauf: „Wer meine Nachfolge antritt, übernimmt ein Superkollegium; das ist das beste Kollegium das es gibt.“ Auch im Alltag von Schulvorstand und Delta-Verein Windhoek (DVW) wird sich nun einiges ändern. Peter Schlenther sei stets die treibende Kraft gewesen, „das wird sich jetzt ändern“, räumte DVW-Vorstandsvorsizender Ernst Kubirske im AZ-Gespräch ein. Und: „Wir müssen umdenken und die Weichen jetzt neu stellen.“ Dabei hofft man weiterhin auf Unterstützung von Schlenther, wenn auch auf anderer Ebene. „Wir brauchen ihn, solch ein Mensch darf uns nicht verloren gehen“, so Kubirske. Wird man Peter Schlenther also im Vorstand Delta-Vereins wiedertreffen? Ist das der Unruhestand, der im Lied besungen wurde? Man darf spekulieren, doch die Beantwortung der Frage bleibt offen: „Lieber Schulleiter, wo gehen Sie hin...?“ Stefan Fischer

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