14 Dezember 2017 | Energie

44 MW Strom aus Lüderitzbucht

Milliarden-Investment für Windpark verspricht Wirtschaftsimpuls

Das Gemeinschaftsunternehmen „Diaz Wind Power“ und NamPower unterzeichnen Abkommen, die die Stromverbindung mit dem namibischen Stromnetz sowie die Stromlieferung selbst regulieren und ebnen dadurch den Weg für die Errichtung eines Windparks.

Von Frank Steffen, Windhoek

Im Juni 2017 gab die Unternehmensberatungsfirma WSP-Afrika, die sich weltweit auf Projekt-Management im fachübergreifenden Ingenieurwesen spezialisiert, die geplante Errichtung des Diaz-Windparks (DWP) mit einer Kapazität von 44 MW unweit der südlichen Küstenstadt Lüderitzbucht bekannt (AZ berichtete).

Gestern unterzeichneten die betroffenen Unternehmen, die bekannte lokale Firma „United Africa Group“ und die britische Firma „Quantum Power“ (als gemeinsame Projektbetreiber) sowie der namibische Staatsbetrieb NamPower (als nationaler Stromerzeuger und -Lieferant), die Abkommen, die die Stromverbindung des Diaz-Windparks mit dem namibischen Stromnetz (TCA) sowie die Stromlieferung an NamPower (PPA) regulieren.

Die Geschäftsführer der NamPower und United Africa Group (UAG), Kahenge Haulofu und Haddis Tilahun, gaben beide einen kleinen Rückblick, aus dem deutlich wurde, dass die Verhandlungen seit dem Jahre 2008 andauerten, zu welchem Zeitpunkt das Unternehmen DWP noch unter dem Namen Aeolus erneuerbare Energie liefern wollte. „Immer wieder gab es Zeiten, wo ich dachte ich hätte es geschafft, doch jedes Mal löste sich mein Traum und unsere harte Arbeit in Luft auf, da sich Namibia noch auf der Suche nach geeigneten Lösungen befand. Nicht zuletzt die Gründung der namibischen Elektrizitäts-Kontrollbehörde ECB hielt die Verhandlungen im Jahre 2011 erneut auf und dem folgten Firmen-interne Unterhandlungen, bevor wir selbst das PPA akzeptierten“, erklärte Tilahun. Er betonte wiederholt, dass der Anlauf zur Unterzeichnung sowie die nun abzusehende Umsetzung des Projektplanes, immer transparent geschahen und weiterhin geschehen werden.

Duncan Bullock, der Vertreter des britischen Unternehmens Quantum Power (das zum auf der australischen Börse notierten Unternehmen „ReNu Energy Limited” gehört) erklärte, dass alle Ingenieurs-, Logistik- und Konstruktionsvorlagen zur Fertigstellung sowie dem Unterhalt des Projektes bereits vorbereitet seien. „Nun folgen die Ausschreibungen der Aufträge, wobei die Turbinen und der Unterhalt derselben erwartungsgemäß an ausländische Firmen gehen werden. Namibische Kontrakteure und Arbeitskräfte werden an einer Menge Spin-offs verdienen können“, meinte Bullock. Er erwartet auf Dauer 300 vollbeschäftigte Arbeiter, während der Bau sowie die lokale Entwicklung für einen dauerhaften Wirtschaftsaufschwung in Lüderitzbucht sorgen dürfte: „Das Projekt kostet insgesamt 1,5 Milliarden N$, wovon UAG und Quantum 450 Mio. N$ übernehmen. Den Rest übernimmt voraussichtlich ein Banksyndikat, das auf Abruf steht - ein Teil davon wird die namibische Entwicklungsbank DBN übernehmen. Aber neben der Hauptausgabe rechnen wir mit etwa 160 Millionen N$ Nebenkosten, wovon ein großer Teil in die lokale Wirtschaft fließen wird. Jeder Fuß von den 13 bis 18 Turbinen benötigt 1000 Tonnen Rohmaterial für das Fundament und den Block.“

DWP hat jetzt 12 Monate Zeit ihre Finanzgeschäfte abzuwickeln und 16 Monate für die Fertigstellung des Windparks. „Es liegt in unserem eigenen Interesse das Projekt so schnell es geht an das Stromnetz anzuschließen, denn wir verdienen erst wenn wir Strom verkaufen. Wir wollen das Projekt im Jahr 2019 abschließen“, verpflichtete sich Bullock und Tilahun bestätigte das Vorhaben der DWP, sich an die gesetzten Fristen zu halten.

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