24 Juni 2020 | Gesundheit

2000 Tests in vier Tagen geplant

Gesundheitsministerium ermittelt COVID-19 Ausmaß in Walvis Bay

Das Gesundheitsministerium will das Ausmaß der COVID-19-Pandemie in Walvis Bay ermitteln und beginnt heute mit einem kostenaufwändigen Massentestprogramm. Insgesamt 2000 Einwohner aus sämtlichen Bezirken der Hafenstadt sollen bis Samstag auf das Virus getestet werden.

Von Erwin Leuschner

Swakopmund/Walvis Bay

Wir stehen vor der Mammut-Aufgabe, die Verbreitung des Virus in Walvis Bay einzudämmen“, sagte der Gouverneur der Erongo-Region, Neville Andre, gestern Nachmittag bei einer Pressekonferenz in Swakopmund. Er ergänzte: „Das Virus ist nun unter uns. Wir müssen zusammenhalten und die Pandemie bekämpfen.“ Um allerdings das Ausmaß der Pandemie in der Küstenstadt Walvis Bay zu ermitteln, beginne heute ein „aufwändiges Testprogramm“. 2000 Einwohner aus sämtlichen Stadtteilen, besonders Personen, die im Rahmen ihrer Arbeitsbeschäftigung „viel Kontakt mit Drittpersonen“ hätten, würden bis Samstag getestet. „Dann sollten wir einen Überblick bekommen haben, inwieweit und in welchen Teilen der Stadt sich das Virus verbreitet hat“, sagte der Gouverneur.

Die Anzahl COVID-19-Fälle war auch gestern in Walvis Bay erneut gestiegen. Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula bestätigte morgens vier Neuinfektionen, drei davon in Walvis Bay. Insgesamt liege die Anzahl bestätigter COVID-19-Fälle in Namibia bei 67 – 28 davon gebe es in Walvis Bay. Shangula forderte außerdem Einwohner von Walvis Bay, Swakopmund und Arandis auf, das Reisen in andere Gebiete zu unterlassen. „Es wird von der Öffentlichkeit erwartet, die Präsenz von Personen aus diesen Orten in anderen Landesteilen zu vermelden“, sagte Shangula.

Die Orte Swakopmund, Walvis Bay und Arandis sind seit gestern vom Rest des Landes abgeschnitten, nachdem Präsident Hage Geingob dies am Vortag angekündigt hatte. Dennoch erteilt die Polizei erneut Reisegenehmigungen, aber nur dann, „wenn es einen guten Grund gibt dafür gibt“, teilte der Regionalbefehlshaber der Polizei in der Erongo-Region, Andreas Nelumbo mit. Einwohner der drei Orte könnten allerdings zwischen den Städten ohne Reisegenehmigung pendeln. Um die neue Regelung durchzusetzen, seien drei Straßensperren errichtet worden. Eine befinde sich wie gewohnt auf der Schotterstraße C14 bei Walvis Bay. Eine Straßensperre sei etwa auf der Höhe von Meile 6 zwischen Swakopmund und Henties errichtet worden und eine weitere auf der Fernstraße B2 bei Arandis. „Wir fordern die Gemeinschaft auf, die Verantwortung mit zu tragen und die Vorschriften der Stufe 3 des Lockdowns einzuhalten“, so Nelumbo.

Indessen ist gestern erstmals seit mehreren Monaten in Walvis Bay ein annähernd normaler Tag vergangen. Einige öffentliche Unternehmen, darunter die Stadtverwaltung sowie das örtliche Büro von NamPost, hatten allerdings noch vorläufig die Türen geschlossen. „Wir wollen unserem Personal, das in dem Stadtteil Kuisebmond wohnt, erst die Gelegenheit geben, sich auf das Virus testen zu lassen“, teilte die Stadt mit. Die Stadtverwaltung sei bis Freitag (26. Juni) geschlossen. NamPost wollte die Büros in Kuisebmond und Narraville bis Donnerstag geschlossen halten und sie erst einmal desinfizieren, hieß es. „Die Entscheidung beruht auf dem Umstand, dass ein Personalmitglied möglicherweise Kontakt zu einem identifizierten COVID-19-Fall gehabt haben könnte. Der Mitarbeiter befindet sich in Selbstisolation und wir warten auf weitere Anweisungen“, teilte NamPost mit.

In der Hafenstadt durften Einwohner außerdem zum ersten Mal in knapp 100 Tagen alkoholische Getränke in Restaurants verkaufen, derweil Spirituosenhändler ihre Türen öffnen durften. „Ich befürchte, dass der Alkoholverkauf in Walvis Bay die Virusübertragung in der Gemeinschaft, sowie die Kriminalität und die Notaufnahmen in den Krankenhäusern vorantreiben könnte“, zeigte sich Knowledge Ipinge, Regionalratsmitglied für den Wahlkreis Walvis Bay, besorgt. „Nicht vergessen, dass Alkohol das Immunsystem schwächt und sich auf die Atemwege auswirken kann“, warnte er.

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