19 Dezember 2012 | Politik

Zwischen Amt und Parasitentum

Generell gilt, dass rechtmäßig gewählte Volksvertreter der Nationalversammlung, darunter Minister, sowie qualifizierte berufene, Befehlshaber der Sicherheitskräfte angemessen vergütet werden sollen. Das soll unter Anderem auch der Versuchung der Bestechung vorbeugen. Bei der Vergütung sind sowohl das Maß an Verantwortung, Führungseigenschaften als auch die wirkliche Leistung eines Amtsträgers ausschlaggebend. Weil diese Amtsträger für den Bürger da sind, der sie wiederum indirekt unterhält, liegt auf der Hand, dass sie der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldig sind und kritisch vom Bürger und von den Medien begleitet werden müssen. Sie üben ihre Ämter nicht zum Selbstzweck aus, auch wenn sich einige von ihnen manchmal so gebärden.

Wie der Vorsitzende der Kommission für politische Amtsträger, Gerichtspräsident Damaseb, jetzt die Überlegungen zu besseren Gehältern offengelegt hat, ist lobenswert. Er bemüht sich, Amt und Verantwortung mit der Vergütung abzustimmen und hat damit seine Pflicht getan. Ob die Amtsträger aber etwas taugen und die Aufbesserung verdienen, müssen Wähler, Medien und das Fußvolk der Parteien bewerten. Ein Großteil der jetzigen Parlamentarier verdienen weder ihr Gehalt noch eine Aufbesserung, weil sie die Nationalversammlung wiederholt lahmlegen - durch schamlose, unentschuldigte Abwesenheit.