08 Mai 2019 | Geschäft

Zukunft ist vorerst gesichert

Rössing-Uranmine trägt weiterhin zur Wirtschaft Namibias bei

Am Montag präsentierte der Geschäftsführer der Rössing-Uranmine, Richard Storrie, den sogenannten Stakeholder Report 2018 der Rössing Uranium Limited, die in dem Berichtsjahr noch hauptsächlich dem internationalen Bergbaubetrieb Rio Tinto gehörte. Die Verkaufstransaktion an neue chinesische Eigentümer steht kurz vor dem Abschluss.

Von Frank Steffen, Windhoek/Swakopmund

„Der Sinn dieses Berichts liegt darin, Lesern einen Einblick in die Tätigkeiten der Rössing-Uranmine über die Zeitspanne Januar bis Dezember 2018 zu gewähren. Dies schließt unsere Verknüpfung mit der namibischen Gesellschaft, der Wirtschaft und der Umwelt ein“, heißt es einleitend in dem Bericht der Rössing-Uranmine. Wenngleich Rio Tinto der größte Aktieninhaber gewesen sei, dürfe man dabei nicht die vielen verschiedenen Interessenträger außer Acht lassen, die zu dem Erfolg der Firma beigetragen hätten. Dazu gehörten nicht zuletzt die Minenarbeiter, sondern auch die Einwohner von Arandis, Swakopmund und Walvis Bay sowie die namibische Regierung.

Storrie konnte mit einigen interessanten Zahlen aufwarten. So hat die mehr als 40 Jahre alte Mine im vergangenen Jahr eine fünf-prozentige Zunahme im Umsatz verzeichnen können. Im Finanzjahr 2018 wurden 2,8 Milliarden N$ umgesetzt und im Jahr davor waren es noch 2,7 Milliarden N$. Rössing verkauft sein Produkt an große Elektrizitätswerke, die in Nord Amerika, Europa, Mittlerer Osten, Afrika, Japan und Asien zu finden sind.

Die Produktion war in dieser Zeit ebenfalls um 17 Prozent angehoben worden, von 2110 Tonnen im Jahr 2017 auf 2479 Tonnen in 2018. Rössing produzierte im Jahr 2018 etwa die Hälfte der namibischen Uranproduktion, die etwa 8,2 Prozent der weltweiten Produktion ausmacht.

Große Ausgaben in Namibia

Ferner habe die Firma ein Kostensparprogramm durchgeführt und habe so 310 Millionen N$ freisetzen können. Die Zunahme im Umsatz (herbeigeführt durch den höheren Einheitspreis und bessere Wechselkurse) kombiniert mit der erhöhten Produktion und gleichzeitiger Kostenverminderung hätten der Mine einen Reingewinn nach Steuern in Höhe von 166,5 Millionen N$ beschert (2017: 1,9 Mio. N$).

Rössing sei nach wie vor ein wichtiger makro-wirtschaftlicher Partner der namibischen Ökonomie, denn die Mine habe 1,9 Milliarden N$ seiner Gesamtausgaben von 2,49 Milliarden N$ lokal ausgegeben - dies entspreche etwa 78 Prozent. 250 Mio. N$ sei in Südafrika ausgegeben worden und der Rest im weiteren Ausland. 44% der namibischen Ausgaben bevorteilen die Erongo-Region, während die Khomas-Region etwa 45 Prozent der Gelder für sich einnimmt. Mit direkter und indirekter Steuer habe Rössing im Vorjahr 551 Millionen N$ an den Staat abgegeben.

Zum Ende des Jahres 2018 habe der Preis von Uran mit 28.82 US-Dollar (etwa 415 N$) 21 US-Cents besser gestanden als am Ende des Jahres 2017. Die Mine erwarte einen weiteren Preisanstieg auf etwa 32 US-Dollar, welches etwa drei Prozent entspricht. Indessen hat der Bergbaubetrieb bereits zum zweiten Mal keine Dividende ausgeschüttet - dies wollte Storrie allerdings nicht kommentieren.

Am 26. November 2018 hatte Richard Storrie, der zu diesem Zeitpunkt gerade einen Monat vorher die Leitung des Betriebs übernommen hatte (nachdem er vor Jahren schon mal an der Mine tätig war), angekündigt, dass Rio Tinto seine Mehrheitsbeteiligung an der Rössing-Mine in Höhe von 68,62%, für 100 Millionen US-Dollar an das chinesische Unternehmen China National Uranium Corporation Limited (CNUC) verkauft hatte (AZ berichtete). „Dies führt zu einer vertikalen Integration in den chinesischen Nuklearmarkt, da CNUC eine Schwestergesellschaft von China National Nuclear Corporation (CNNC) ist, die mehrere Nuklearreaktoren betreibt“, meinte Storrie. China habe gerade unlängst nach langem Zögern die Errichtung vier neuer Reaktoren genehmigt.

Am Montag konnte Storrie bestätigen, dass inzwischen alle Genehmigungen für den Verkauf eingegangen wären: „Uns fehlt nur noch die Verkaufsgenehmigung der Wettbewerbskommission.“ Nach wie vor dürfe man den Verkauf der Rössing-Mine nicht als eine nachteilige Entwicklung betrachten. Im Gegenteil könne die Lebensspanne der Mine nun zumindest bis ins Jahr 2025 gewährleistet werden, so Storrie.