08 August 2019 | Glosse

Wurmrindenbaum und seine Vögel sind optimistisch

Wenn direkt am Wendekreis des Steinbocks und südlich davon im Lande der Bravourösen noch so biekie Winter herrscht, macht sich ab Otjiwarongo und Waterberg gen Norden bis über den Omuramba Ovambo hinaus schon der Frühling breit. Wenn in den Rivierläufen und an den Berghängen von Ovenduka der Hakiebusch und Wurmrindenbaum noch Trockenschlaf halten, schlagen am Waterberg bereits die Vanilleblüten des Wurmrindenbaums aus. Wir können nich umhin, als zu wiederholen, dass dieser prächtige Frühlingsbaum und später ebenso Schattenbaum nochall ´n besseren Namen verdient als den, den er gerade trägt. Die Namensgeber für den Volksmund auf Deutsch und Afrikaans ham sich am Nutzen der Rinde sowie an der Abwesenheit von Dornen orientiert, weil er aussieht wie eine Akazie, aber seine Gäste weder kratzt noch sticht – Wurmrindenbaum und wurmbasvalsdoring. Denn Povian und Mensch, wenigstens der, der noch zwischen den Kratz- und sonstigen Büschen großgeworden is, weiß, dass er an der Rinde nagen muss, um bleddy irritierende Darmparasiten zu bekämpfen. Unverdient verdrängt der Arznei-Name die feine Blütenpracht des Baumes.

Über solch Überlegungen sind die gefiederten Freunde net nich geworried, die sich am Waterberg jetzt zwischen den Blüten des Baumes optimistisch tummeln, flattern und miteinander wetteifern, als stünde es schon fest, dass der Regen wiederkommt. Oder müssen wir etwa in der Unmöglichkeitsform fragen, „dass der Regen wiederkäme“ ?