04 Juni 2020 | Polizei & Gericht

Wilderern wird Kaution verweigert

Prophet Babi und Mitbeschuldigte Teil eines größeren Wilderei-Syndikats

Kurz bevor der aufsehenerregende „Prophet Babi“ und der mitbeschuldigte Dumeni dem Haftrichter vorgeführt werden, werden neue Wilderei-Fälle bekannt, in die Babi ebenfalls verstrickt sein soll. Die Kaution wird ihm verweigert und am Montag muss er wieder vor den Kadi.

Von Francoise Steynberg & Frank Steffen, Windhoek

Insgesamt elf Verdächtige wurden laut dem wöchentlichen Bericht über Wildtierkriminalität im Zusammenhang mit Nashornwilderei und dem Schmuggel von Nasenhörnern festgenommen. Gestern Morgen meldete ein Farmer, dass zwei weitere Kadaver von Breitmaulnashörnern auf einer Farm im Bezirk Gobabis gefunden worden seien. Dies geschah kurz bevor die mutmaßlichen Nashornwilderer, Pastor Jackson Babi (30) und der 25-jährige Frizans Dumeni, dem Haftrichter Linus Samunzela in Windhoek vorgeführt wurden.

Laut dem Farmer war eine Nashornkuh vor zwei Monaten von Wilderern verletzt worden, überlebte allerdings erst, bis sie nun am Montag doch verendete. Tierarzt Dr. Kallie Nel hatte vorher versucht die Kuh zu retten, indem er ihr einen Tropf anlegte. „Der Kadaver ihres sechsjährigen Bullenkalbes wurde am vergangenen Samstag entdeckt und seine Hörner entfernt“, berichtet der Farmer. Der Jungbulle sei das erste Nashornkalb gewesen, das auf der Farm geboren wurde. „Die Kuh hatte eine zweieinhalb Jahre alte Ferse, die wie eine Verrückte nach ihrer Mutter suchte. Zum Glück war sie bereits abgesetzt und läuft jetzt zusammen mit einer weiteren Nashornkuh.“

Der Befehlshaber der Polizei-Sondereinheit Blue Rhino Task Team, Kommissar Barry de Klerk stellte gestern vor Ort Untersuchungen an. Eine Patrone soll dem Kadaver der Kuh entnommen worden sein. „Es wird vermutet, dass es sich um das Syndikat von acht Verdächtigen handelt, die vergangene Woche festgenommen wurden. Das Kaliber der Jagdwaffe ist identisch mit dem, womit die beiden vorigen Nashörner auf einer Farm im Distrikt Gobabis erschossen wurden“, meinte der Farmer. Eigentlich sei die Waffe ist zu klein, um ein Nashorn auf der Stelle zu erschießen.

Der Kautionsantrag von Babi und Dumeni nahm gestern eine Wendung, als Staatsanwalt Rowan van Wyk verkündete, dass Babi am kommenden Montag auch dem Magistratsrichter in Gobabis wegen Nashornwilderei vorgeführt werden soll. Indessen würden die Untersuchungen andauern und warte der Staat auf Aussagen sowie die Ergebnisse der DNA- und Ballistik- Analysen. Samunzela lehnte den Kautionsantrag ab und vertagte den Fall auf den 24. Juli.

Babi und Dumeni werden Nashornwilderei, Hornschmuggel und der illegale Besitz von Nasenhörnern sowie unrechtmäßiger Besitz einer Schusswaffe mit Munition vorgeworfen. Sie sind Teil der sechs Verdächtigen, die letzte Woche in Windhoek und Otjiwarongo festgenommen worden waren(AZ berichtete). Zwei Nasenhörner und ein Jagdgewehr mit Munition, wurden offenbar im Haus Babis gefunden.