15 August 2019 | Landwirtschaft

Wiederaufbau nach der Dürre

Windhoek (ste) - Die Erholung der namibischen Landwirtschaft nach der derzeitigen, anhaltenden Dürrekatastrophe ist die größte Herausforderung, der sich der Agrarsektor in den nächsten drei bis fünf Jahren stellen muss. Mit dieser Aussicht beschäftigt sich zurzeit die Exekutive des Namibischen Landwirtschaftsverbandes (NAU) laut einer Mitteilung der Vorwoche.

Davonausgehend, dass Namibia zu einem normalen Regenmuster zurückfinden wird, erwartet die NAU-Exekutive, dass die Farmer eine Phase des Herdenaufbaus überbrücken werden müssen. Dies würde einen enormen Cashflow-Druck auf die Viehproduzenten ausüben, da sie weniger Vieh werden vermarkten können, während die Ausgaben und die Rückzahlung von Krediten, die eine Folge der vorangegangenen Trockenheit sind, unverändert bleiben.

Der Exekutivrat hatte die wichtigsten Faktoren ermittelt, die berücksichtigt werden müssen, damit sich Farmer nach der Dürre wieder erholen können. Auf Betriebsebene sind Beweidung, Herdenaufbau, Cashflow-Management und eine positive Denkweise die wichtigsten Maßnahmen, die von Farmern ergriffen werden können. Auf nationaler Ebene wird sich die NAU mit der Refinanzierung von Agrarschulden sowie einem frei-zugänglichen Cashflow-Management-Plan befassen. Dokumentation über die aus vergangenen Dürreperioden gezogenen Lehren, sollen aktualisiert werden.

Ferner soll eine langfristige Dürrestrategie als Maßnahme gegen künftige Dürreperioden gemeinsam mit der Regierung entwickelt und umgesetzt werden. Führungsqualitäten seien jetzt im Agrarsektor von größter Bedeutung, damit die Landwirtschaft wieder auf das historische Produktionsniveau zurückkehren kann, so die Mitteilung.

Indessen bemüht sich der Verband der Viehzüchter (LPO) um eine Bestandsaufnahme der Situation, in der sich die Viehzuchtindustrie befindet. Vertreter der zehn regionalen Agrarverbände sind über die positive Einstellung der Produzenten überrascht. Die Befürchtung besteht, dass Farmer der extremen Krise positiv begegnen, während sie sich bereits tief in der Not befinden.