28 April 2020 | Polizei & Gericht

Weiterer Knochenfund bei De Rust

Swakopmund/Uis (er) - Ein Ziegenhirte hat am Wochenende nahe dem Brandberg die sterblichen Überreste einer Person entdeckt, die vermutlich von einem wilden Tier angegriffen worden war. Es handelt sich mit aller Wahrscheinlichkeit um einen der drei San, die vor mehr als einem Monat in der Umgebung als vermisst gemeldet wurden.

Laut Erongo-Polizeisprecher Erastus Iikuyu wurde der Fund am Samstag nahe der Farm De Rust und somit auf der Nordseite des höchsten Bergs Namibias gemacht. Die Polizei habe ein gelbes T-Shirt, blaue Sandalen, zerrissene Unterwäsche, einen orangefarbenen Kittel, eine rote Jacke sowie einige Knochen und menschliche Haare gefunden. „Es wurden auch trockenes Blut und eine Schleifspur am Boden entdeckt, die zu einer nahegelegenen Höhle führt“, so Iikuyu. „Es wird davon ausgegangen, dass ein wildes Tier dort einen Menschen entlang gezerrt hat.“

Laut Iikuyu stimmen die Kleidungstücke mit einem von drei San überein, die am 20. März mit einer Mitfahrgelegenheit von Gobabis aus in Richtung Brandberg aufgebrochen waren, um Edelsteine zu suchen. Nachdem der Sprit ausgegangen war, haben sie zu Fuß Hilfe gesucht. Der Fahrer, der beim Wagen geblieben war, wurde kurz darauf entdeckt. Er hat daraufhin David Uniseb (46), seinen Bruder Abraham Kheinamseb (35) und seinen Sohn Sean Sarel Gomiseb (26) als vermisst gemeldet (AZ berichtete).

Bereits vor elf Tagen hatte ein Hirte nahe De Rust die sterblichen Überreste eines Menschen entdeckt – es handelte sich wohlmöglich um einen der Vermissten. Damals seien Stiefel, Socken, eine dunkelblaue Mütze, eine Decke, Tasche, ein roter Kittel und einige verstreute Knochen, Innereien und ein Unterkiefer gefunden worden. Regelmäßig werden im Damaraland nördlich vom Brandberg Leoparden und Löwen gesichtet.