23 Februar 2021 | Polizei & Gericht

Weitere Vergewaltigungsfälle

In Wohnungen eingedrungen - Parlament diskutiert neues Gesetz

Die Polizei meldete am Wochenende erneut Vergewaltigungsfälle, darunter auch den Missbrauch einer Minderjährigen. Indessen legt die Justizministerin, Yvonne Dausab, dem Parlament einen neuen Gesetzesentwurf für das Vorgehen bei Delikten von häuslicher Gewalt vor.

Von Steffi Balzar, Windhoek

Die Polizei hat in ihrem Wochenendbericht erneut zahlreiche Vergewaltigungsfälle bekanntgegeben. So soll am Freitag eine 51-jährige Frau in Ongwediva überfallen und vergewaltigt worden sein. Die drei Verdächtigen sollen laut Bericht auf den Hof des Opfers gelangt sein, als dieses aus dem Auto stieg, um das Hoftor zu öffnen. „Die Frau soll Fußspuren bemerkt haben und um das Haus gelaufen sein. Daraufhin soll einer der mutmaßlichen Täter sie überrascht, mit einem Messer bedroht und sie daraufhin vergewaltigt haben“, so der Bericht. Die anderen beiden Verdächtigen sollen in der Zwischenzeit die Wohnung und das Auto durchsucht haben und mit einem Betrag von 140 N$ geflohen sein. Bisher gab es keine Verhaftungen in diesem Zusammenhang.

Am Samstag verzeichnete die Polizei zudem die Vergewaltigung einer 27-Jährigen im Stadtteil Wanaheda in Windhoek. „Die Verdächtigen sollen nachts die Sicherheitskette durchtrennt haben und sich mit einem Messer und einer Pistole bewaffnet Zugang zu der Blechhütte des Opfers verschafft haben“, so der Bericht. Daraufhin sollen die mutmaßlichen Täter beide Bewohner der Hütte bedroht und die 27-Jährige missbraucht haben. Weitere Details wurden bisher nicht bekannt gegeben. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. In Mariental soll zudem am Sonntag ein 11-jähriges Mädchen in einer informellen Siedlung von einem 23-jährigen Mann sexuell missbraucht worden sein. „Die Elfjährige soll zusammen mit ihrer Mutter und jüngeren Geschwistern in ihrer unabgeschlossenen Hütte geschlafen haben, als sich der Verdächtige Zugang zu dieser verschaffte. „Der mutmaßliche Täter soll sich an dem Mädchen vergriffen haben. Als diese aufwachte, floh der Verdächtige“, so die Polizei. Der Verdächtige wurde verhaftet.

Indessen hatte die Justizministerin, Yvonne Dausab, dem Parlament vergangene Woche den neuen Gesetzentwurf zur Bekämpfung häuslicher Gewalt vorgelegt. Dausab betonte, dass mehr getan werden müsse, um die Gewalt gegen gefährdete Personen zu beenden. Der geänderte Gesetzesentwurf sei ein Schritt in die richtige Richtung. So sehe dieser auch den Erlass von Kontaktsperren im Eilverfahren vor, wo es einer schutzbedürftigen Person unmöglich sei, einen Antrag beim nächstgelegenen Gericht zu stellen. Zudem müsse dann auch jeder Verstoß gegen eine einstweilige Verfügung von dem zuständigen Polizeibeamten, der die Anzeige aufgenommen hat, an das Magistratsgericht weitergeleitet werden, damit ein Vermerk in die entsprechende Akte eingetragen wird.