29 Mai 2015 | Afrika

Wahrheit hinter dem Feindbild

Am Montag war Afrika-Tag. Ein Anlass, bei dem an die Gründung der Afrikanischen Union (AU) erinnert wird und bei dem sich der Kontinent selbst feiert. Gründe dafür gibt es genug. Leider konnte es der AU-Vorsitzende Robert Mugabe, zugleich Präsident von Simbabwe, es nicht lassen, sein Feindbild zu nähren. Der Westen würde florieren, weil er Afrika ausbeute, sagte Mugabe. Es ist schon suspekt genug, wenn ein 91-Jähriger die Welt in Sachen Ökonomie belehren will. Und es ist geradezu grotesk, dass dies ein Mann sagt, der sein eigenes Land sehenden Auges in den Ruin getrieben hat. Massenarbeitslosigkeit und -abwanderung, Abschaffung der Währung nach Hyperinflation sowie Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten des ehemaligen Exporteurs sind die Folgen dieses Exodus‘. Nicht der Westen – der übrigens für Rohstoffe und andere Waren aus Afrika in harter Währung zahlt – ist Schuld daran, dass dieser Kontinent nur im Kriechgang vorankommt. Nein, es sind neben Arbeitsunlust, Risikoarmut und Engstirnigkeit vor allem Despoten und Egoisten, die sich selbst und ihre Clique bereichern sowie in altem Denken verhaftet sind, während das Volk darbt. Stefan Fischer