16 Juli 2021 | Geschichte

Vor 50 Jahren

1971-07-16

WINDHOEK — PARIS

Windhoek — Wie das Reisebüro Oppel mitteilt, hat die südafrikanische Luftfahrtgesellschaft, SAL, Passagierrechte für Paris für Reisende aus Windhoek erhalten. Ab sofort können Passagiere aus Windhoek den Flug in Paris beenden. In nordsüdlicher Richtung gelten die Passagierrechte ab Paris nach Windhoek erst ab 1. Februar 1972.

HERZFEHLER KORREGIERT

Kapstadt - Ärzte des Groote-Schuur-Hospitals, die gestern eine Operation an der aus Rumänien stammenden 21-jährigen Studentin Andreana Paunescu vorgenommen haben, bezeichneten das Ergebnis ihres fünfstündigen Eingriffs, bei dem es einen schweren Herzfehler zu korrigieren galt, als „ausgezeichnet“. Die Studentin war kürzlich an das „Herz-Team“ Professor Barnards weitergeleitet worden, nachdem Ärzte in Rumänien ihr nicht mehr hatten helfen können. Wie aus einem kurz nach der Operation veröffentlichten Bulletin hervorgeht, befinde sich die Studentin in einer „exzellenten Verfassung“.

ISRAELISCHER BERATER

Blantyre — A Imbar ist aus Israel in Malawi eingetroffen, um seinen Posten als nationaler Berater der Jugendbewegung Malawis Junge Pioniere zu übernehmen. Er ist der vierte Israeli, der die Bewegung in verantwortlicher Stellung berät. Jährlich werden etwa 2 000 Jugendliche in 20 Trainingslagern ausgebildet. Das erste Trainingslager wurde 1963 eingerichtet.

HAARNETZE FÜR HOLLÄNDISCHE SOLDATEN

Den Haag — Holländische Soldaten mit Iangen Haaren sollen demnächst - ähnlich wie ihre Kameraden in der Bundesrepublik - ebenfalls mit Haarnetzen ausgerüstet werden. Das gab am Mittwoch ein Sprecher des niederländischen Verteidigungsministeriums in Den Haag bekannt.

Bisher war es den Wehrpflichtigen zwar erlaubt, ihr Haar bis zu einer gewissen Länge zu tragen, doch galt der Uniformkragen als äußerste Grenze. Mit dem Inkrafttreten der neuen Bestimmung wird jeder Soldat persönlich darüber entscheiden dürfen, wie lang er sein Haar zu tragen wünscht:

„Langhaarige“ niederländische Marineinfanteristen sollen anstelle der Haarnetze mit Gummikappen ausgerüstet werden.

KURZ BERICHTET

Kinshasa — Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Spiro Agnew, ist, von Nairobi kommend, in Kinshasa eingetroffen.

Kairo — In Marsa Matruh in der Nähe der ägyptisch-libyschen Grenze sind die Staatschefs von Ägypten, Libyen, Syrien und dem Sudan versammelt, um die Lage in Marokko und die jordanische Offensive gegen die palästinischen Guerillas zu besprechen. Libyen hat die diplomatischen Beziehungen mit Marokko abgebrochen. In Jordanien wird erklärt, es sei jordanischen Truppen gelungen, die Guerillas aus Nordjordanien zu vertreiben.

Paris — Präsident Georges Pompidou bezeichnete die Gerüchte über eine Aufwertung des französischen Franc als eine „Fabel“. Die Überschwemmung Frankreichs mit amerikanischen Dollars gibt zu diesen Gerüchten Anlass, indem Spekulanten meinen, Frankreich müsse wie die Bundesrepublik zu einem flexiblen Franc-Kurs übergehen, was eine spätere Aufwertung zur Folge hatte.

PRÄSIDENT NIXON BESUCHT PEKING

Washington/Peking — Der amerikanische Präsident Richard M. Nixon hat eine Einladung nach Rotchina angenommen, um eine Normalisierung zwischen diesen beiden Ländern zu erreichen. In einer landesweiten Fernsehsendung kündigte Präsident Nixon am Donnerstag seine Absicht an, Peking vor Mai nächsten Jahres zu besuchen. Die notwendigen Vorbereitungen für diesen Besuch sind am vergangenen Wochenende während eines Geheimbesuches Dr. Henry Kissingers, des Beraters des Präsidenten, in Fragen der nationalen Sicherheit, am vergangenen Wochenende in Peking getroffen worden. Dr. Kissinger führte am vergangenen Freitag, Samstag und Sonntag Gespräche mit dem rotchinesischen Ministerpräsidenten Tschou En-lai. Die von Nixon abgegebene Erklärung wurde gleichzeitig in Peking bestätigt.

FÜHRENDE BANTU BESUCHEN BRITANNIEN

Johannesburg - Drei führende südafrikanische Bantu werden Britannien gemeinsam im Oktober dieses Jahres als Gäste der britischen Regierung besuchen. Der Ministerpräsident der Transkei, Kaiser Matanzima, erklärte am Donnerstag in Johannesburg, dass er, Häuptling Gatsha Buthelezi, der Chef der Exekutive des Zululandes, und Häuptling Lucas Mangope, der Chef der Exekutive der Tswana, diese Reise unternehmen werden.

Matanzima hat in dieser Woche an einem vielrassigen Symposium im Rahmen des südafrikanisch-amerikanischen Austauschdienstes im internationalen Hotel beim Flughafen Jan Smuts teilgenommen. Er beabsichtigt zu einem späteren Zeitpunkt eine Reise in die USA. Nähere Einzelheiten über diesen Plan konnte er jedoch noch nicht bekanntgeben. Häuptling Gatsha Buthelezi ist erst kürzlich von einer Reise durch die USA als Gast der amerikanischen Regierung zurückgekehrt.