28 Februar 2018 | Geschichte

Vor 50 Jahren

28. Februar 1968

Lüderitzbucht – Als ein Autofahrer sich bei Stadtverwaltung von Lüderitzbucht über den Zustand einer bestimmten Straße beschwert, wo man nur noch mit Vierradantrieb fahren könne – die Straße liegt mitten in der Stadt – bekam er zur Antwort einen Verweis: „Wenn Sie schon wissen, daß diese Straße so schlecht ist, warum fahren Sie dann nicht auf einer anderen?“

28. Februar 1968

London (SAPA/Reuter). – Der britische Ministerpräsident Harold Wilson wurde am Dienstag im Unterhaus gefragt, ob er eine Einladung an die Premiers von Südafrika, Rhodesien, Sambia und Malawi zu einer Konferenz über den Rhodesienkonflikt nach London nicht für ratsam halte. Auf diese Anfrage erwiderte Wilson: „Rhodesien hat keinen Ministerpräsidenten. Die Antwort ist in jedem Fall Nein“.

28. Februar 1968

Die Naute-Talsperre

Windhoek (AZ). Mit dem Bau der Naute-Talsperre im Löwenrivier etwa 28 Meilen von Keetmanshoop soll im Juni dieses Jahres begonnen werden. Dies geht aus einer von der Administration veröffentlichten Presseerklärung hervor. Die Vorbereitungsarbeiten machen gute Fortschritte. Tender-Angebote werden zur Zeit von der Administration abgewartet. Das Naute-Projekt wird schätzungsweise sechs Millionen Rand kosten. Gegen Anfang 1971 wird Keetmanshoops Wasserversorgung aus diesem Stausee bestritten werden können. Unterhalb des Dammes sollen Berieselungsbauern angesiedelt werden.

28. Februar 1968

Fortsetzung der SWA-Debatte

New York (SAPA/Reuter/AP). – Der Weltsicherheitsrat wird die Debatte über den Terroristenprozeß heute nachmittag um 17.30 Uhr (SA-Zeit) fortsetzen. Die Grundlage der Debatte bildet ein Resolutionsentwurf von sieben Mitgliedsländern, in der die Freilassung von 33 Terroristen, die vom Obergericht in Pretoria zu Gefängnisstrafen von fünf Jahren bis lebenslänglich verurteilt wurden, gefordert wird.

Am Dienstag wurde die Sitzung des Sicherheitsrates vertagt, da die afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Mitglieder über die Formulierung der Resolution noch zu verhandeln hatten. Sie hoffen, daß die Resolution einstimmig angenommen wird. Verschiedene westliche Länder sind aber gegen gewisse Vorschläge, die darin enthalten sind. Der Resolutionsentwurf wurde von Algerien, Brasilien, Äthiopien, Indien, Pakistan, Paraguay und Senegal vorgelegt. Darin wird die Anwendung „zweckdienlicher Maßnahmen“ gegen Südafrika gefordert, falls es die Freilassung der Terroristen verweigern sollte. England, Frankreich und die USA sind bekanntlich gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen gegen die Republik. In Südafrika ist diese Angelegenheit zur Zeit sub judice, da 28 der Verurteilten ihren Antrag auf Urteilsrevision genehmigt bekommen haben.

28. Februar 1968

Außergerichtlich geschlichtet

Windhoek (AZ). Die Tsumeb Corporation Limited hat eine gerichtliche Schadenersatzforderung von fast 300000 Rand gegen die Walvis Bayer Firma Sturrock & Woker zurückgezogen. Eine außergerichtliche Schlichtung in dieser Angelegenheit wurde am Ende vergangener Woche erzielt. Ein Sprecher der Rechtsvertreter der Tsumeb Corporation, John Kirkpatrick, bestätigte der AZ am Dienstag daß die Schlichtung erreicht worden sei und die Tsumeb Corporation keine weiteren gerichtlichen Schritte unternehmen werde. Auf die Frage, welche Summe Sturrock & Woker der Tsumeb Corporation zahlen werde, erwiderte Kirkpatrick: „Dazu möchte ich mich nicht äußern.“ Inoffiziell verlautet, daß die Abfindungssumme 175000 Rand beträgt.

Dieser Schadensersatz-Prozeß ist die Folge eines Strafverfahrens gegen Margarete Alice Pietersen (46), die jahrelang im Dienst der Firma Sturrock &Woker stand. Sie war für die Auszahlung der Löhne an die Kontraktarbeiter der Tsumeb Corporation, die in Walvis Bay zum Verladen des Kupfererzes stationiert sind, verantwortlich. Im vergangenen Jahr wurde sie vom Obergericht in Windhoek wegen der Veruntreuung von fast 300000 Rand zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Drei Jahre der Strafe wurden auf Bewährung ausgestellt. Ihr wurde zum Vorwurf gemacht, daß sie die Gelder unterschlagen habe, die für Löhne der Arbeitnehmer der Tsumeb Corporation bestimmt waren.

29. Februar 1968

Zwei Jahre Zuchthaus

Kapstadt (SAPA). – Der 36jährige Friedrich Andreas Prins ist vom Regionalgericht in Kapstadt zu zwei Jahren Zuchthaus wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Ein Jahr der Strafe wurde auf Bewährung ausgesetzt. Denise Ann Darvall und ihre Mutter sind von Prins am 2. Dezember vergangenen Jahres in Observatory, Kapstadt, überfahren worden. Sie erlagen ihren Verletzungen. In der Nacht zum 3. Dezember wurde das Herz Denise Darvalls dem Kapstädter Geschäftsmann Louis Washkansky verpflanzt.

Vor Gericht bat ein Rechtsanwalt im Auftrag des Vaters der Herzspenderin den Magistrat, dem Angeklagten die größte Gnade zu erweisen. Der Magistrat wies jedoch darauf hin, das Prins betrunken war, als er sein Fahrzeug steuerte. Dem Angeklagten wurde sein Führerschein für zwölf Monate entzogen.