11 März 2021 | Vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren

DEUTSCHE SICHTVERMERK-BESTIMMUNGEN

Windhoek - Das deutsche Konsulat in Windhoek gibt bekannt, dass sĂŒdafrikanische Staatsangehörige, die als Touristen in die Bundesrepublik Deutschland einreisen und sich nicht lĂ€nger als drei Monate aufhalten möchten, nur einen gĂŒltigen sĂŒdafrikanischen Reisepass benötigen. Eine Aufenthaltserlaubnis (Sichtvermerk) ist nicht erforderlich.

SĂŒdafrikanische Staatsangehörige, die in der Bundesrepublik Deutschland eine BeschĂ€ftigung aufnehmen oder sich lĂ€nger als drei Monate dort aufhalten wollen, benötigen außer einem gĂŒltigen sĂŒdafrikanischen Reisepass eine Aufenthaltserlaubnis. Die Aufenthaltserlaubnis ist in der Form eines Sichtvermerks vor der Einreise beim deutschen Konsulat in Windhoek zu beantragen. Das Konsulat ist nur nach Eingang der Zustimmung der zustĂ€ndigen AuslĂ€nderbehörde in der Bundesrepublik Deutschland ermĂ€chtigt, den beantragten Sichtvermerk zu erteilen. Das Verfahren nimmt in der Regel eine Bearbeitungsdauer von acht bis zwölf Wochen in Anspruch.

SCHWERE VORWÜRFE GEGEN U THANT

Den Haag - SĂŒdafrika hat die Vereinten Nationen am Mittwoch aufgefordert, das Angebot eines Volksentscheids in SĂŒdwestafrika anzunehmen, und seinerseits angeboten, es ernsthaft in ErwĂ€gung zu ziehen, den Ausgang des Volksentscheids als bindend zu akzeptieren, falls die Vereinten Nationen auch dazu bereit seien. In den bisher schĂ€rfsten Worten, die ein sĂŒdafrikanischer Rechtsvertreter vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gebraucht hat, erklĂ€rte Advokat D. P. de Villiers, SA, der gemeinsame FĂŒhrer des sĂŒdafrikanischen Rechtsvertreter-Teams, die Possen des GeneralsekretĂ€rs U Thant ĂŒber den Zweck des Volksentscheids seien unglaublich.

TUPAMAROS ENTFÜHRTEN URUGUAYISCHEN STAATSANWALT

Montevideo - FĂŒnf Angehörige der uruguayischen Untergrundorganisation Tupamaros - unter ihnen eine Frau - haben am Mittwochmorgen den in Montevideo ansĂ€ssigen uruguayischen Kronanwalt Guido Berro Oribe entfĂŒhrt. Augenzeugenberichten zufolge sollen die Kidnapper sich des Autos des Oberstaatsanwaltes bemĂ€chtigt und Oribe unter vorgehaltener Pistole zum Weiterfahren gezwungen haben. Der Wagen Oribes konnte inzwischen acht Wohnblocks weiter entfernt von der Polizei sichergestellt werden.

Wie aus einem von den Guerillas hinterlassenen Schreiben verlautet, sei der Staatsanwalt zu „Verhörungszwecken“ entfĂŒhrt worden. Man beabsichtige, ihn vor ein „Volkstribunal“ zu stellen, wo sich Oribe wegen „ernster Regelwidrigkeiten“ zu verantworten haben werde. Die Guerillas machten in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass von Oribe der Vorschlag gemacht worden sei, verhaftete Tupamaros kĂŒnftig vor ein MilitĂ€rtribunal zu stellen. Die EntfĂŒhrung Oribes diene in erster Linie der „KlĂ€rung dieses Sachverhaltes“, zumal uruguayische MilitĂ€rtribunale nicht in der Lage seien, „ein gerechtes und unvoreingenommenes Urteil zu fĂ€llen“.

TERROR IN NORDIRLAND

Belfast - Drei junge schottische Soldaten im Alter zwischen 18 und 20 Jahren sind in einem Straßengraben zwischen Belfast und dem Flughafen tot aufgefunden worden. Die drei hatten zusammen in einer Bar getrunken und das Lokal gemeinsam verlassen, worauf sie in der NĂ€he wahrscheinlich von Terroristen der ungesetzlichen frisch-Republikanischen Armee erschossen wurden. Seit Beginn des Jahres sind sechs Soldaten und zwei Polizisten getötet worden. Die Opfer waren in Zivilkleidung. Polizei and MilitĂ€r nahmen sofort eine großangelegte Fahndung auf. Inzwischen sind weitere 450 britische Soldaten in Nordirland eingetroffen, wo sich jetzt 8 250 Mann aufhalten.

FRAU GANDHIS PARTEI FÜHREND

Neu-Delhi - Die ersten Resultate der Parlamentswahlen, die in den letzten zehn Tagen durchgefĂŒhrt wurden, zeigen eine klare FĂŒhrung der Kongresspartei der MinisterprĂ€sidentin, Frau Gandhi. Bis gestern um Mitternacht fielen von 180 Sitzen 134 der Kongresspartei zu. Wenn dieser Trend anhĂ€lt, sollte der Kongress 350 Mandate des insgesamt 521 Sitze zĂ€hlenden Parlaments gewinnen. Die StimmenzĂ€hlung dĂŒrfte noch zwei Tage beanspruchen. Die grĂ¶ĂŸten Verlierer waren bis jetzt die vier Rechtsparteien, die sich zu einer Allianz zusammengeschlossen hatten, um Frau Gandhi zu stĂŒrzen: Bis jetzt wurden erst 28 Sitze zugunsten der Allianz gezĂ€hlt.

NUR SOWJETEXPERTEN

Kairo - Die Ă€gyptische Regierung erklĂ€rte, dass sich in Ägypten nur Sowjetexperten, aber keine Sowjettruppen befanden. In einem Fernsehinterview hatte der amerikanische Außenminister William Rogers vorgeschlagen, es sollten alle russischen StreitkrĂ€fte aus Ägypten zurĂŒckgezogen werden, um eine VerstĂ€ndigung mit Israel zu erleichtern. Die Annahme Rogers, dass sich Sowjettruppen in Ägypten befĂ€nden, sei vollkommen falsch. Der amerikanische Außenminister sollte vielmehr darauf dringen, dass Israel sich an die Friedensinitiative Rogers halte. Es wird in Ägypten erwartet, dass die vier MĂ€chte Israel auffordern werden, die Entschließung des Sicherheitsrates vom November 1967 zu respektieren. GeneralsekretĂ€r U Thant berichtet jetzt wieder fortlaufend dem Sicherheitsrat ĂŒber die Lage am Suezkanal. WĂ€hrend des Waffenstillstandes hatte er diese Berichterstattung ausgesetzt.