15 Mrz 2021 | Vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren

IN RHODESIEN GEBOREN

Salisbury - Von den 230 000 Weißen, die in Rhodesien leben, sind 93 000 im Lande geboren. An zweiter Stelle kommen die in Großbritannien geborenen mit 52 000 und an dritter Stelle Südafrika mit 49 600 Weißen. Die letzte Volkszählung zeigt, dass nur 67 000 der „Europäer“ in Europa geboren wurden.

Die Volkszählung ergab auch, dass die anglikanische Kirche 78 500 Anhänger zählt. Die Presbyterianer haben 29 500, die Römisch-Katholischen 27 000, die Methodisten 21 000 und die Niederländisch-Reformierte Kirche 18 500

Mitglieder.

FÜR EINEN HÖHEREN WOLLPREIS

Melbourne - Der Präsident des australischen Wollrates, Sir William Gunn, sagte, das Schicksal der australischen Wollindustrie und der australischen Wollfarmer sei besiegelt, wenn der Wollpreis nicht erhöht werde. In Queensland, Neu-Südwales und Westaustralien habe es zu spät geregnet, um die Folgen der Trockenheit gutzumachen. Es sei nur möglich, die Industrie zu retten, wenn die Regierung mit Unterstützung einspringe und der Wollpreis erhöht werde. Wenn keine Erhöhung stattfinde, so werde das nächste Jahr das aride Land Australiens ohne Schafe sehen.

DIE NEUEN KONTAKTE SALISBURY-LONDON

Salisbury - Der rhodesische Premierminister Ian Smith bestätigte am Sonntag in Salisbury, dass zwischen Rhodesien und Großbritannien wieder Verhandlungen stattfinden, um den schon mehr als fünf Jahre dauernden Konflikt zwischen beiden Ländern zu lösen. Smith sprach zu 115 Mitgliedern der „All Africa Christian Crusade“, einer amerikanischen antikommunistischen religiösen Bewegung. „Wir haben noch einen langen Weg zu gehen“, sagte der Premier, „aber wir haben den Kontakt mit der britischen Regierung aufgenommen, und zwischen beiden Regierungen werden Meinungen ausgetauscht. Wir werden ehrlich versuchen, unsere Probleme zu ordnen, um einen Verhandlungsweg zu finden.“ Auf eine Frage des Führers der De­legation, Dr. Billy James Hargis, antwortete Smith, es sei eine bessere Lage festzustellen und er sei über die Aussichten ermutigt.

GEMEINDEWAHLEN IN FRANKREICH

Paris - In Frankreich fand am Sonntag die erste Runde der Gemeindewahlen statt. Die zweite Runde wird am nächsten Sonntag stattfinden. Die Gaullisten hoffen, dass sie die Mehrheit der 468 000 Gemeinderäte stellen werden. Ministerpräsident Jacques Chaban-Delmas, Bürgermeister von Bordeaux seit 1947, erhielt 61 Prozent der Stimmen, zehn Prozent mehr als im Jahre 1965. Finanzminister Valéry Giscard-d'Estaing und der sozialistische Parteichef François Mitterrand wurden ebenfalls mit großen Mehrheiten im Amt bestätigt. Der Zentrumsmann Jean Lecanuet, der 1965 als Präsidentschaftskandidat gegen de Gaulle auftrat, wurde als Bürgermeister von Rouen wiedergewählt. KATASTROPHEN UND UNFÄLLE

Johannesburg - Neun Jugendliche darunter vier Frauen kamen in den frühen Morgenstunden des vergangenen Samstags bei einem Autounfall in der Nähe von Voortrekkerhoogte, Pretoria, ums Leben, während ein zehnter Insasse schwere Kopfverletzungen erlitt. Nach Angaben eines Krankenhaussprechers befinde er sich jedoch außer Lebensgefahr. Verkehrsbeamte bezeichneten den Unfall als einen der schwersten in der Verkehrsgeschichte Pretorias.

Ankara - Schneestürme, die zeitweilig Geschwindigkeiten bis zu hundert Stundenkilometer erreichten, forderten über das Wochenende in der Zentraltürkei das Leben von mindestens 15 Menschen. Allein in dem anatolischen Städtchen Konya konnten bisher 13 Leichen geborgen werden.

Paris - Das Leben von drei Säuglingen forderte am Sonntag eine Feuersbrunst, bei der eine Privatklinik in einem nördlichen Vorort von Paris bis auf die Fundamente niederbrannte. Allein dem geistesgegenwärtigen Eingreifen von Feuerwehrleuten war es zu verdanken, dass 30 weitere Kleinkinder dem Feuertod entrissen werden konnten.

INDIRA GANDHIS SIEG

Neu-Delhi - Nach den letzten Ergebnissen der Wahlen in Indien hat die regierende Kongresspartei 350 Sitze gewonnen, zwei Sitze mehr als für die Zweidrittelmehrheit notwendig sind. Von 521 Wahlkreisen sind jetzt die Ergebnisse aus 514 Wahlkreisen bekannt. Die aus vier Parteien bestehende oppositionelle Koalition gewann nur 49 Sitze. Der Rest der Mandate verteilt sich auf kleinere Parteien, die der Ministerpräsidentin freundlich gesinnt sind, sowie auf regionale Gruppen und Unabhängige. Weniger erfolgreich war die Kongresspartei im Provinzparlament von Westbengalen, wo sie 105 der 280 Sitze erhielt, während die marxistisch-kommunistische Partei und ihre Verbündeten 121 Sitze gewonnen haben. Die pro-Moskau kommunistische Partei konnte 24 Sitze erobern.

Um Verfassungsänderungen durchzuführen, bedürfte die Ministerpräsidentin nicht nur der Zweidrittelmehrheit im Unterhaus, sondern auch im Oberhaus, wo sie über eine Stimme zu wenig verfügt. Das Oberhaus wurde von den Wahlen nicht berührt.