21 August 2015 | Geschichte

Vor 50 Jahren

20. August 1965 Zehn Millionen DM für den Kongo Bonn (AZ). Dem kongolesischen Ministerpräsidenten Moise Tshombe, der sich gegenwärtig zu einem offiziellen Besuch in Bonn aufhält, wurde eine Finanzhilfe des Bundesrepublik über zehn Millionen DM (R zwei Millionen) zugesagt. 20. August 1965 Die Amerikaner stehen dahinter London. – Nach dem Besuch des „Daily Telegraph“-Korrespondenten Frank Taylor in Südwestafrika widmet die Londoner Zeitung Südwestafrika einen langen Artikel. Darin wird unter anderem gesagt, daß die totale Interessenlosigkeit der Weißen Südwestafrikas an dem Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof beides, begreiflich und erschreckend, sei. Der lange „Daily Telegraph“-Artikel steht unter der Überschrift: „Apartheid, wo der Kaiser herrschte“. In dem Artikel wird auf die „amerikanische Invasion“ das Kommen und Gehen amerikanischer Diplomaten des Auswärtigen Amtes in Washington, der US-Botschaft in Pretoria und des Generalkonsulats in Kapstadt, Bezug genommen. „Die meisten von ihnen kommen mit ihren Familien und erklären, sie machen Ferien. Wenn das wahr ist, dann hat Windhoek selten so merkwürdige Touristen gehabt.“ Dem Artikel zufolge sind politische Beobachter der Auffassung, daß die Amerikaner hinter jeder möglichen UNO-Einmischung in Südwestafrika stünden. Diese Einmischung könne sich aus dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs ergeben. Taylor beschreibt das Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof. Die Tatsache, daß er offenbar nicht die Erlaubnis bekommen hatte, in das Ovamboland einzureisen, gab ihm den Anlaß zu der Schlußfolgerung, daß die südafrikanische Regierung in die Hände der Kläger vor dem Internationalen Gerichtshof spiele, da sie ihr Permitsystem auf Südwestafrika ausgedehnt habe und niemand ohne Permit nach Ovamboland gehen dürfe. 20. August 1965 Kaleidoskop Den Mohammedanern ist die Heirat mit Kommunisten verboten. Diesen Spruch fällte die El-Azhar-Universität. In Amerika gibt es neue Zigarettenautomaten, die beim Einwurf von Falschgeld eine Alarmsirene auslösen. Die USA haben ein großes Forschungsprogramm entwickelt, um bis in spätestens fünf Jahren Meerwasser zum allgemeinen Verbrauch in Süßwasser umwandeln zu können. Unter den Juwelen, die unbekannte Täter Lady Churchill geraubt haben, befindet sich ein Diamantring, den Stalin ihr geschenkt hatte. 20. August 1965 „Geistige Getränke“ im Nationalpark Pretoria (SAPA). Noch vor Ende dieses Jahres werden die Besucher des Krüger-Nationalparks „geistige Getränke“ in den meisten der Rasthäuser erhalten. Diese Mitteilung machte der stellvertretende Direktor der Parkverwaltung in Pretoria, R. J. Labuschagne. Labuschagne erklärte die „geistigen Getränke“ mit Wein und Bier. Für beides habe die Parkverwaltung bereits die Lizenz erhalten. Es ist vorgesehen, daß die Rasthäuser die Getränke während bestimmter Tageszeiten, voraussichtlich zwischen 16 und 19 Uhr und zu den Mahlzeiten verkaufen. 20. August 1965 Marathonraumflug verzögert Kap Kennedy (SAPA/Reuter/AP). In letzter Minute wurde wegen eines technischen Fehlers der Marathonraumflug zweier amerikanischer Weltraumpiloten verschoben. Außerdem hätten schwere Gewitter den Start der Rakete wesentlich erschwert. Die zwei Astronauten befanden sich bereits in der Raumkapsel, als der Befehl, den sie am meisten befürchteten – „Aussteigen, alles ist abgebrochen!“ – gegeben wurde. Als bekannt wurde, daß der Raumflug verschoben wurde, soll der Astronaut Cooper gesagt haben: „Ihr habt für heute den Start und keine Spiegelfechterei versprochen.“ Der Start wurde gestern um 19.43 Uhr südafrikanischer Zeit verschoben, als die beiden Astronauten Cooper und Conrad bereits in der Kabine der vollgetankten Titan-II-Rakete warteten. Das Kontrollzentrum in Kap Kennedy gab bekannt, daß der Flug verschoben werden mußte, da ein Funksender, der die Funksprüche von dem Raumschiff zur Erde senden sollte, nicht in Ordnung war. Der Fehler soll angeblich in einem Zeichengeber, einr elektronischen Verbindung zwischen zwei Sendekanälen, gelegen haben. Das gesamte Funksystem wurde fieberhaft überprüft und arbeitete dann normal. Die Techniker wollten jedoch noch einmal die Anlage überprüfen. Inzwischen jedoch war das Gewitter, dem man zuvorkommen wollte, herangezogen und Blitz und Donner machten einen Start unmöglich. Wenn alle Anlagen in dem Raumschiff in Ordnung sind, soll die Titanrakete am Samstag um 16 Uhr südafrikanischer Zeit die beiden Astronauren ins All befördern. Der Raumflug der beiden amerikanischen Astronauten soll acht Tage dauern. Dann würde der Rekord, den der russische Kosmonaut Bykowski in der Zeit vom 14. Bis 19. Juli 1963 mit 119 Stunden und 54 Minuten mit dem Raumschiff Wostok V aufstellte, überboten werden. Bykowski umkreiste 82mal die Erde.