06 Mai 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

5. Mai 1969

SÜDAFRIKA VERFÜGT ÜBER LENKBARE RAKETEN

Kapstadt - Südafrika hat jetzt die am höchsten entwickelte und wiksamste Waffe zur Verfügung, um die äußerst schwierige Abwehr gegen Tiefangriffe feindlicher Überschallflugzeuge durchzuführen. Schießproben der neuen Waffe waren erfolgreich, und the lenkbare Raketenabwehrwaffe nähert sich dem Produkitionsstadium. In der Entwicklung dieser Waffe war Frankreich behilflich. Die südafrikanische Atlas Aircraft Corporation machte beachtliche Fortschritte, um ein eigenes südafrikanisches Militärflugzeug herzustellen, und in naher Zukunft wird das Unternehmen in der Lage praktisch die volle Produktion der Flugzeuge zu übernehmen. Beträchtliche Erhöhung der Gehälter und Zuwendungen an die ständigen Streitkräfte der Republik sind rückwirkend seit dem 1. April in Kraft. Diese und andere Erfolge und Neuerungen der Aufrüstung Südafrikas, um allen Eventualitäten begegnen zu können, gab Verteidigungsminister P. W. Botha im Volksrat am letzten Freitagnachmittag bekannt.


ARRANGEMENT IN DER WEISSFISCHINDUSTRIE

Windhoek - Innerhalb des Weißfisch-Konsortiums, das zur Ankurbelung der Weißfischindustrie in Südwestafrika eine PiIchard-Lizenz erhalten hat, ist ein neues Arrangement getroffen worden. Die Zeit einer gewissen Spannung zwischen den sechs Lizenzinhabern, die dem Konsortium angehören, dürfte damit der Vergangenheit angehören. Die jüngste Entwicklung innerhalb des Konsortiums bestand in einer Einigung mit Atlantik Rock Lobster über eine Verteilung der Ohlthaver & List Finance and Trading Co. (Olfitra) übt jetzt die Kontrolle in dem Konsortium aus. Atlantic Rock Lobster hat insgesamt Anteile in dem Konsortium im Werte an etwa 420 000 Rand erhalten.

Bereits zuvor waren Vereinbarungen über einen Zusammenschluss von West African Sea Foods und Nautilus mit Olthaver & List getroffen worden.


GRÖSSTE DIAMANTENGRUBE IN BOTSWANA?

Johannesburg - Ein Sprecher der De Beers-Gruppe erklärte, dass gegenwärtig die Diamanten-Pipe in Orapa (westlich von Francistown) bewertet werde. Es sei möglich, dass es sich um die größte Mine für Industrie-Diamanten im südlichen Afrika handle. Die bis jetzt gefundenen Diamanten deuteten an, dass große Vorkommen an Industrie- und Schmuckdiamanten vorhanden seien. Die Pipe erstrecke sich über 280 acres und sei fünfmal größer als die neue Finsch-Diamantengrube bei Postmasburg. De Beers beabsichtige, 20 Millionen Rand für die Entwicklung der Grube auszugeben. Mit der Förderung soll Mitte 1971 begonnen werden. Ende dieses Jahres werde eine 149 Meilen lange Allwetterstraße von Francistown nach Orapa gebaut. In der bereits bestehenden Versuchsanlage werden 28 Weiße und 250 Nichtweiße in Schichten 24 Stunden täglich beschäftigt.


PUBLIZITÄT FÜR SÜDAFRIKA

Windhoek - Dr. Stephane Lenke, Repräsentant der größten österreichischen Zeitung „Kurier“, mit einer Auflage von 620 000, hat im Zuge seiner siebten Südafrika-Reise auch Südwestafrika besucht. Dr. Lenke traf in Windhoek am Tage der Prunksitzung des Windhoeker Karnevals ein und fühlte sich hier sofort heimisch. Dr. Lenke erklärte, dass seine Zeitung von jetzt ab wöchentlich einmal eine viertel Seite südafrikanische Nachrichten und Berichte veröffentlichen werde. Jeweils auf Seite 13 wird unter dem Wirtschaftsteil eine viertel Südafrika-Seite erscheinen. Der „Kurier“ ist die erste überseeische Zeitung, die einen derartigen regelmäßigen, einmal wöchentlich erscheinenden Südafrika-Teil haben wird.


FRANZ VON PAPEN GESTORBEN

Obersasbach - Franz von Papen ist am Freitag im Alter von 89 Jahren in Obersasbach gestorben. Sein Sohn gab bekannt, dass von Papen seit April schwer krank war, und dass sein Alter die Krankheit noch komplizierte.

Die Beisetzung findet am Dienstag in Wallenfangen statt. Bis kurz vor seinem Tod versuchte von Papen, auf dem Rechtsweg eine Altersrente als ehemaliger Wehrmachtsoffizier von der Bundesrepublik zu bekommen. Vom 1. Juni bis zum 17. November 1932 war Franz von Papen Kanzler der Weimarer Republik.