14 September 2021 | Landwirtschaft

Verschiffung doch aktuell

TradePort will Lebendvieh über Lüderitzbucht exportieren

Die Firma TradePort sorgte vor zwei Jahren für Schlagzeilen als sie ohne Umwelt-Unbedenklichkeitsbescheinigung Mangan aus Südafrika über den Lüderitzbuchter Hafen zu exportieren begann. Jetzt hat sie ein entsprechendes Zertifikat für den Export von Schafen beantragt. Die Tierwohlfahrtsorganisation NAWA ist entsetzt.

Von Frank Steffen, Windhoek

Vor zwei Jahren verstieß die Firma TradePort gegen die umweltbezogenen Bestimmungen und versuchte unerlaubt Mangan zu exportierten. Zu jener Zeit hatte sie dafür weder eine ordentliche Umweltverträglichkeitsstudie eingehändigt, noch war sie in Besitz einer Unbedenklichkeitsbescheinigung. Jetzt hat die umstrittene Firma eine solche Unbedenklichkeitsbescheinigung für den Export von Schafen aus Südafrika nach Asien und den Mittleren Osten beantragt.

In dem jetzt veröffentlichten Umweltprüfungs- und Managementplan beantragt Projektleiter Shadraq Tjiramba gemeinsam mit seinen Kollegen Vilho Mtuleni und Titus Shuuya - alle von der Firma Enviro-Leap Consulting - die Genehmigung für den Import, Transit und Export: „Die geplante Operation umfasst in erster Linie den Import von lebenden Schafen aus Südafrika und ihren Transport per Lkw nach Keetmanshoop, wo die Schafe für 21 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Von dort aus sollen sie in einem Kraal bei Aus zwischengelagert werden, bevor sie weiter nach Lüderitz transportiert werden.“ Zu diesem Zweck werde TradePort Namibia den Bau von Futterbänken und Kraals sowohl in Keetmanshoop als auch Aus und Lüderitzbucht veranlassen.

Es scheint sich bei der Vorlage tatsächlich um einen Abklatsch des Antrags für den Mangan-Exports zu handeln, denn darin steht: „Auf der anderen Seite werden im Nordkap zahlreiche Mengen Mineralien abgebaut, was zu einer Überlastung (der Bahn) in Südafrika führt. Unter diesen Umständen bietet sich die Nutzung der namibischen Häfen als alternativer Weg für den Export verschiedener mineralischer Rohstoffe aus Südafrika an.“ Erst unter der Projektbeschreibung werden die Schafe Mittelpunkt des Exportantrags.

„TradePort behauptet, dass auch namibische Farmer von dieser Investition profitieren können. Man habe mit den Banken verhandelt, die den Farmern Darlehen genehmigen würden. So wird falsche Hoffnung geschürt, denn es handelt sich ausschließlich um südafrikanisches Kleinvieh“, ärgert sich Heather Craemer, Leiterin von NAWA (Namibia Animal Welfare Association). Diese Wohlfahrtsorganisation ist bemüht, aus Namibia ein Land zu machen, in dem das Wohlergehen von Tieren Priorität genießt.

Craemer und andere Interessenträger bemängeln dass Enviro-Leap nur solche angemeldeten Interessenträger um Kommentar gebeten habe, die keine Einwände gemeldet hätten. „Es gab 3532 Einwände, darunter NAWA, doch wurden wir nie zu öffentlichen Konsultationsgesprächen eingeladen, obwohl wir als Beteiligte registriert waren. Mittlerweile scheint es, als ob wir von der Liste entfernt worden sind“, moniert Craemer. Dem Antrag sind indessen nur Anzeigen angeheftet, die in dem Staatsblatt New Era (Auflage von maximal 7000) und dem Wochenblatt Confidénte veröffentlicht wurden.

Vor einem Jahr hatte NAWA eine Petition gegen den Export ins Leben gerufen (AZ berichtete). Aus den anfänglichen 6700 Unterschriften sind mittlerweile 31000 geworden. Weltweit wird gegen die Verschiffung von Tieren angegangen, da sie unwürdig gehalten und verfrachtet werden. Dr. Chris Brown, Direktor der Namibischen Umweltkammer (NCE) hatte das Vorhaben verurteilt. Die damit verbundenen Tierleiden und die inhärenten Risiken könnten niemals überwunden werden.