04 Juni 2021 | Politik

Verbesserung der Grenzbeziehungen

Windhoek (km/Nampa) • Die Ministerin für Internationale Beziehungen, Netumbo Nandi-Ndaitwah, wird diesen Monat ihren botswanischen Kollegen Lemogang Kwape treffen, um die beeinträchtigten Beziehungen zwischen den beiden Ländern wieder zu verbessern. Seit einiger Zeit ist das Verhältnis zwischen Namibia und Botswana belastet, da es wiederholt zu Brutalität der botswanischen Grenzpolizei kommt und mehrfach namibische Wilderer ohne Vorwarnung oder Verhaftung an der Grenze erschossen wurden. Seit 1990 kam es zu 30 Tötungen. Namibia hatte daher jüngst die Präsenz der Sicherheitskräfte an der Grenze verschärft. Besonderes Aufsehen hatte unlängst die Erschießung drei namibischer Brüder erregt, die beinahe eine diplomatische Krise verursacht hätte. Die Präsidenten Hage Geingob und Mokgweetsi Masisi hatten sich auf eine gemeinsame Untersuchung geeinigt, deren Ergebnisse jedoch nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Indessen hat sich Geoffrey Mwilima von der Popular Democratic Movement (PDM) höchst kritisch gegenüber Botswana geäußert. Ihm zufolge hat Namibia großflächig Land an Botswana verloren. Dies sagte er als Reaktion auf ein Grenzabkommen zwischen den beiden Ländern, das 2018 geschlossen wurde und die Südgrenze des Caprivi-Streifens in der Sambesi-Region festlegt. „Botswana hatte eine klare Absicht, unser Land zu stehlen, und die Swapo kümmert es nicht.“ Er warf der Regierung vor, sich nicht ausreichend für die Anliegen der Sambesi-Bevölkerung einzusetzen. Namibia habe in den 1990-er Jahren die Kasiliki-Insel an Botswana verloren, und werde nun auch die Stungu-Gemeinde verlieren. Dies sei inakzeptabel.