07 Juli 2019 | International

Unesco: Zu viele Mädchen haben immer noch keinen Zugang zu Bildung

Paris (dpa) - Mädchen sind beim Zugang zu Bildung in vielen Regionen der Welt immer noch extrem benachteiligt. Zwar seien in den vergangenen Jahren bei der Geschlechtergerechtigkeit erhebliche Fortschritte erzielt worden, geht aus einem am Freitag in Paris vorgestellten Bericht der Unesco hervor. In Afrika südlich der Sahara, Nordafrika und Westasien sei die Lage aber weiter besonders schlecht, hieß es bei einer gemeinsamen Konferenz der Unesco mit den wichtigsten westlichen Wirtschaftsmächten (G7). In Zentral- und Südasien habe es hingegen große Fortschritte gegeben.
In einem Drittel der Länder weltweit gebe es in der Grundschule keine Geschlechtergerechtigkeit. Das gelte sogar für die Hälfte der Nationen in der Sekundarstufe eins, heißt es in dem Bericht weiter. Die Parität nehme ab, je höher das Bildungsniveau sei. Soziale Normen, unzureichende sanitäre Einrichtung in Schulen oder fehlende weibliche Lehrkräfte halten den Experten zufolge Mädchen oder junge Frauen vom Schulbesuch ab.
Die pakistanische Aktivistin Malala Yousafzai forderte die G7-Staaten auf, mehr in die Bildung von Mädchen zu investieren. „Wir müssen sicherstellen, dass jedes Mädchen überall auf der Welt einen Anspruch auf zwölf Jahre Bildung hat“, sagte sie. Die Investition in die Bildung von Mädchen sei die größte Investition in die Zukunft, denn Mädchen hätten die Macht, Wirtschaften nach vorne zu bringen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte am Ende der Konferenz ebenfalls, dass der Kampf für Geschlechtergerechtigkeit auch ein Kampf für ökonomische Effizienz und soziale Gerechtigkeit sei. Eine freie Gesellschaft sei nicht möglich, wenn es nicht dieselben Rechte und Möglichkeiten gebe, sagte er. Man dürfe nicht akzeptieren, dass nur weil jemand als Frau in einem bestimmten Land geboren ist, kein Recht auf Bildung habe. Er hoffe, dass der G7-Gipfel in Biarritz im August ein Wendepunkt sein werde und die Finanzierung für die Bildung von Mädchen und Frauen deutlich erhöht werde.