29 Mrz 2018 | Landwirtschaft

Tragende Kühe gewildert

Vier Tiere verenden – Täter hinterlassen vollständige Kadaver

Auf einer Farm nahe Otjiwarongo werden sieben hochtragende Kühe Opfer von Wilderern. Die verwundeten Kühe tun alles, um vor dem Ableben ihr Kalb noch zu retten und es zu gebären. Die Täter verschwinden hingegen ohne auch nur einen Teil der Beute mitzunehmen.

Von Nina Cerezo

Windhoek/Otjiwarongo

Es ist nicht das erste Mal, dass auf den Farmen in der Nähe von Otjiwarongo in Richtung Kalkfeld Wilderer ihr Unwesen treiben. So berichtet der dort ansässige Farmer Marius Engelbrecht, der in dem jüngsten Fall der Leidtragende war, von „mindestens einem weiteren Vorfall im vergangenen halben Jahr“ und bezieht sich damit auf die Angaben seiner unmittelbaren Nachbarfarmer. So wisse er, dass vor einiger Zeit ein Rind geschlachtet worden sei. Tatsächlich selbst betroffen sei er nun zum ersten Mal.

Wie Engelbrecht berichtet, hat er bei einem seiner Nachbarn, wobei der Name der Farm ungenannt bleiben soll, rund 600 Hektar Land gepachtet und lässt dort eine Herde von 130 Rindern weiden. In der letzten Februarwoche musste der Farmer dann feststellen, dass sieben seiner hoch tragenden Kühe verletzt worden waren, wobei vier davon nur noch tot gefunden werden konnten. „Wie wir gesehen haben, hatten diese Tiere noch versucht, ihre Kälber zu gebären, um sie damit zu retten“, erklärt Engelbrecht und fügt hinzu, dass dies eine auf dem Instinkt der Tiere beruhende Vorgehensweise sei. So habe man deutlich gesehen, dass sich das Kalb bereits im Geburtskanal befunden habe. Bei den drei weiteren verletzten Kühen sei der Zustand kritisch gewesen, doch haben sie sowie ihre Kälber überlebt, hieß es gestern auf AZ-Nachfrage.

Etwas von den getöteten Tieren mitgenommen hätten die Täter jedoch nicht, berichtet Engelbrecht. Er erklärt sich dies damit, dass die verletzten Rinder vermutlich noch weggerannt seien. „Es dauert ein paar Minuten, bis ein Tier von solchen Verletzungen stirbt“, erklärt er und fügt hinzu, dass die Kühe vermutlich noch bis zu 400 Meter weit geflohen seien. „Dann konnten die Wilderer wahrscheinlich das erste Tier, das sie getötet hatten, nicht mehr finden und sind dann zur nächsten Gruppe, um wieder eines zu erstechen und immer so weiter“, so der Farmer, der den Vorfall auch der Polizei gemeldet habe. Zu einer Festnahme sei es aber nicht gekommen.