30 November 2011 | Leserbriefe

Strafe für Kazenambo wird ausbleiben

Vielen Dank, Herr Fischer, für diesen brillanten Kommentar! Zeigt schon der Inhalt des Artikels, wes Geistes Kind Kazenambo ist, so weisen Sie zu Recht darauf hin, dass der Minister ja schon im vergangenen Jahr durch rassistische Entgleisungen auf dem Münchner Flughafen auffiel. Im Nachhinein wünschte man sich, er hätte damals noch einige Zeit länger in deutschem Polizeigewahrsam verbracht! Und ebenso richtig ist die Feststellung, dass seinerzeit aus lauter politischer Korrektheit weder die deutsche Regierung noch ihr Handlanger, die deutsche Botschaft in Windhoek, sich klar und unmissverständlich gegen das flegelhafte und beleidigende Verhalten des namibischen Ministers geäußert haben.

Der Vergleich mit dem Fall des Führers der ANC-Jugendliga, Julius Malema, hätte nicht besser ausfallen können und trifft den Nagel auf den Kopf. Ich war zufällig genau zu jenem Zeitpunkt (über die Monatswende Oktober/November 2011) in Südafrika und habe dort die Vorgänge und die Berichterstattung "hautnah" beobachten können. Ich habe den Marsch Malemas und seiner Genossen von Johannesburg nach Pretoria miterlebt, der von einem großen Polizeiaufgebot begleitet wurde; nicht so sehr, weil man Ausschreitungen der Jugendlichen befürchtete, sondern weil man verhindern wollte, dass sich die Wut der Menschen auf der Straße gegen diese selbsternannten Revoluzzer - viele davon in teuren Designer-T-Shirts! - richtete. Abends hatten wir in Johannesburg die Gelegenheit, mit Südafrikanern aller Hautfarben darüber ins Gespräch zu kommen. Fazit: Alle meinten, es sei dringend nötig, dem ANC-Boss, der ja am Tag nach der Demonstration zu einer Luxus-Hochzeit nach Mauritius jettete, eine gehörige Lektion zu erteilen. Dies geschah dann zum Glück nach seiner Rückkehr, und die gesamte Öffentlichkeit samt Medien war unisono zufrieden mit der getroffenen Entscheidung, die übrigens auch das Ansehen von Präsident Zuma stärkte.

Für Namibia wünschte man sich nun ein ähnliches Exempel: Entweder Minister Kazenambo wird wegen seiner rassistischen und geradezu verbrecherischen Äußerungen ("Aufwiegelung und Anstiftung zu Verfassungsbruch und kriminellen Handlungen", wie Herr Fischer korrekt schreibt) durch Präsident Pohamba geschasst oder aber er kommt dem durch einen freiwilligen Rücktritt zuvor, was jedoch ein zusätzliches Parteiordnungsverfahren nicht ausschließen dürfte. Ich fürchte aber, die allmächtige SWAPO wird sich nicht dazu durchringen können, da einfach zu Viele in ihren Reihen, vor allem auch auf Führungsebene, sich mit den Verhaltensweisen Kazenambos nicht nur solidarisieren, sondern auch identifizieren.

Wolfgang Reith, Neuss und Kapstadt