17 Februar 2020 | Kommunikation

Stadt verhindert Kabelverlegung

Windhoek konkurriert mit Telekommunikationsanbieter Paratus

Der Streit zwischen dem Telekommunikationsunternehmen Paratus und Stadt Windhoek dauert an. Die Stadt setzt die Stadtpolizei ein um die Verlegung von Glasfaserkabeln zu verhindern, währenddessen sich das Unternehmen scheinbar in Besitz von rechtmäßigen Genehmigungen befindet.

Von Yolanda Nel & Frank Steffen, Windhoek

In der vergangenen Woche kam es zu wiederholten Konfrontationen zwischen den Arbeitern des Telekommunikationsunternehmens und der Stadtpolizei, die im Auftrag der Stadtverwaltung die weitere Verlegung von Glasfaserkabeln verhinderte. Bereits seit dem Jahr 2018 enthält die Stadt dem Unternehmen Paratus an und ab die Ermächtigung, ihre Glasfaserinfrastruktur zu erweitern, da die Stadt selbst diese Installationen vornehmen will.

Seit jener Zeit hat die Stadtverwaltung selbst aber keine erforderliche Telekommunikationslizenz erhalten. Gemäß den Angaben des Amtsblattes vom 22. Februar 2019 hatte die Stadt eine Lizenz beantragt, doch laut Katrina Sikeni, der Sprecherin der namibischen Kommunikations-Aufsichtsbehörde CRAN, wird der Antrag noch erst geprüft: „Sobald eine Entscheidung getroffen wird, wird dies im Staatsanzeiger veröffentlicht und alle Beteiligten werden entsprechend informiert.“

Am Freitag saß indessen CRAN einem Schiedsverfahren zwischen der Stadt und Paratus vor, nachdem die Stadt einen vorigen Disput im August des Vorjahres an CRAN verwiesen hatte. „Die Behörde muss feststellen, ob die beiden Parteien die Bestimmungen des Kommunikationsgesetzes einhalten, die das Verfahren für die Verlegung von Glasfaserkabeln innerhalb der Stadt regeln“, erklärte Sikeni. Dem hält Andrew Hall, Geschäftsführer von Paratus, entgegen: „Die Stadt ist doch gar nicht im Besitz einer Lizenz, warum wird dann ein Schiedsverfahren abgehalten?“

Während die Stadtpolizei am Mittwoch das Eigentum und die Ausrüstung des Unternehmens sowie ihrer Subunternehmer wegen „unrechtmäßiger Kabelverlegungen“ beschlagnahmte, präsentierte Paratus am Donnerstag eine Kopie einer von der Stadt abgestempelten Genehmigung - datiert Dezember 2019 -, laut der sie ihre Arbeiten fortsetzen darf.