12 Mrz 2020 | Verkehr & Transport

Notdienste auf Fernstraßen behindert

Fahrbahnen durch Zaun getrennt - Maßnahme verzögert Hilfsaktionen

Zwischen den Zweirichtungsfahrbahnen der neuen Fernstraße zwischen Swakopmund und Walvis Bay (MR44), die hinter dem Dünengürtel entlangführt, wurde ein Drahtzaun gespannt, der ein zügiges Umkehren unmöglich macht. Rettungsdienste sind darüber besorgt.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Es ist künftig unmöglich, während einer Fahrt von Swakopmund nach Walvis Bay (oder umgekehrt), schnell umzukehren, indem man auf die entgegenkommende Fahrbahn wechselt, denn momentan wird ein Drahtzaun auf der Straßeninsel errichtet, welche die zwei Fahrbahnen trennt. „Der Zaun ist Teil des ursprünglichen Entwurfs und wird bis auf absehbare Zeit bestehen bleiben“, teilte die namibische Straßenbehörde (RA) diese Woche auf Nachfrage der AZ mit.

Indessen zeigen sich auch einige Rettungsdienste an der zentralen Küste besorgt, weshalb an diesem Dienstag ein Treffen mit verschiedenen Interessenträgern abgehalten worden ist. „Wir sind darüber besorgt, dass wir möglicherweise nicht schnell genug an eine Unfallstelle gelangen können, weil die Absperrung uns daran hindert, direkt am Unfallort anzuhalten“, sagte ein Sanitäter im Gespräch mit der AZ.

Mit dieser Aussage stimmte auch Swakopmunds Hauptfeuerwehrmann Adri Goosen überein. „Es ist uns unverständlich, warum die Autobahnen mit einer Absperrung getrennt wurden“, sagte er. Laut Goosen hat der Straßenbauunternehmer den Notdiensten versichert, dass für die Rettungsfahrzeuge „regelmäßige Durchgänge“ geschaffen werden würden. „Aber das gilt nur für Rettungsfahrzeuge. Autofahrer dürfen diese offenbar nicht benutzen“, betonte er.

„Wir haben für normale Autofahrer Abzweigungen eingerichtet“, teilte die Straßenbehörde auf Nachfrage mit. Sei der Abstand dazwischen aber länger als 15 Kilometer, so würden sogenannte Notkurven geschaffen. „Die längste Strecke, die ein Fahrzeug zurücklegen muss, bevor sich eine Gelegenheit zum Umkehren anbietet, ist somit 15 Kilometer“, heißt es.

Die Behörde gibt die Straßensicherheit sowie die Notwendigkeit für einen freien Verkehrsfluss als Grund für die Absperrung entlang der Route an. „Darum ist der Zugang zur Autobahn und die Ausfahrten von der Autobahn nur über Kreuzungen - oder in dem Fall der MR44 - nur über Notkurven möglich“, heißt es. Demnach werden künftig derartige Zäune beziehungsweise Absperrungen auch auf den im Bau befindlichen Strecken zwischen Windhoek und Okahandja (B1), sowie Windhoek und dem Hosea-Kutako-Flughafen (B6) geschaffen. „Die westliche Umgehungsstraße (von Windhoek) entspricht nicht dem Norm einer Fernstraße, weshalb keine Absperrungen zwischen den Straßen geschaffen wurden“, heißt es weiter.

Laut der Straßenbehörde wird das neue Fernstraßenkreuz am östlichen Ortseingang von Swakopmund planmäßig Ende April zum Verkehr freigegeben. Ein Teil der neuen Fernstraße MR44 (von Swakopmund bis Farm 58) ist bereits für den Verkehr geöffnet. Der Bau der Strecke von Farm 58 bis zum Straßenkreuz bei Walvis Bay (MR36) soll planmäßig im Februar 2022 abgeschlossen werden.