21 Januar 2021 | Ministerium

Neckartal nicht in Gefahr

Drainagerohr führt auf die Treppe der Dammmauer hinaus

Ein sich auf halber Höhe der Dammmauer befindliches Drainagerohr, aus dem ein Tag vordem der Neckartal-Damm überlief, Wasser abgelassen wurde, führte zu Befürchtungen seitens der namibischen Öffentlichkeit, dass die Mauer ein Leck geschlagen haben könnte. Dies trifft scheinbar nicht zu, wenngleich sich die Behörden bisher nicht amtlich dazu geäußert haben.

Von Frank Steffen, Windhoek

Kurz bevor die sogenannte Bogengewichtsmauer des Neckartal-Dammes, der jetzt als Talsperre den Fischfluss etwa 200 Kilometer südlich des Hardap-Dammes zum zweiten Mal staut, am Dienstag (19. Januar) erstmals seinen Überlauf überschritt, kursierten im Internet Gerüchte über ein Leck in der Dammmauer. Man wollte wissen, ob dies womöglich zum Einsturz der 80 Meter hohen und 518 Meter langen Mauer sowie einer daraus folgenden Flut führen könne?

Ein gewisser Fritimberus Haman, Angestellter des Wasserversorgungsbetriebs NamWater, konnte die Ursache schnell erklären: „Der Damm hat zwei Tunnel auf verschiedenen Ebenen - sogenannte Entwässerungstunnel oder -Systeme. Als Teil dieser Zwischengänge sind Drainagelöcher in einiger Tiefe in das Fundament eingelassen. Diese Löcher entlasten den Druck und fangen auch das sickernde Wasser auf, das stromaufwärts des Dammes entsteht. Das Wasser wird dann in den im Abfluss dieser Galerie befindlichen Auffangwannen gesammelt und durch ein Rohr abgelassen. Das Rohr führt auf die Treppe hinaus.“

Im Internet kann man mehr über die sogenannten „Drainage Galaries“ nachlesen. Demnach ist es normal, dass das Wasser infolge des massiven Drucks ab- und selbst durch die Staumauer sickert: „Um dieses Wasser zu entsorgen, werden vertikal geformte Abflüsse empfohlen, um das sickernde Wasser durch die Kontraktionsfuge aufzufangen. Diese vertikalen Abflüsse leiten das Abflusswasser zu einer Abflussgalerie auf einer niedrigeren Ebene innerhalb des Dammkörpers.“

Indessen bleibt das Wasser des Neckartal-Dammes zwar eindrucksvoll, aber ungenutzt. Das gestaute Wasser ist nämlich für ein Bewässerungssystem gedacht, das den intensiven Ackerbau auf mindestens 5000 Hektar möglich machen soll. 1900 Hektar sollen im Rahmen einer Privat-Öffentlichen-Partnerschaft (PPP) bepflanzt werden.

Bisher wurde allerdings die Anschaffung der Anliegerfarmen nicht gelöst. Im Jahr 2019 wurden erstmals Stimmen der Oppositionsparteien laut, die der Regierung vorwarfen, die Farmen ankaufen und über einen intransparenten Prozess an Personen vergeben zu wollen, die der Regierungspartei nahestehen.