14 Mai 2021 | Politik

NBC fordert Rauswurf des Managements

Windhoek (km) • Die Namibia Broadcasting Corporation (NBC) hat erneut vor dem Parlament gestreikt. Einer der Streikenden sagte gegenüber der AZ, man könne nicht akzeptieren, dass versprochene Gehaltszahlungen nicht eingehalten werden, einzelne Manager jedoch hohe Boni erhielten. Es sei Aufgabe der Regierung, ein angemessenes Budget bereitzustellen. Nur so könne seitens der NBC-Journalisten Qualität und Unabhängigkeit sichergestellt werden. „Wir sind eigentlich eine staatliche Einrichtung, aber wir werden zu einer Regierungseinrichtung gemacht, nach deren Pfeife wir tanzen müssen“, so der Mitarbeiter. Seinen Angaben zufolge wären die meisten Streikenden zufriedengestellt, wenn die zwölf leitenden Manager der NBC zurückträten, da diese für das Mismanagement verantwortlich seien. Er kritisierte, die Entscheidungsträger bei NBC hätten keinen journalistischen, sondern nur einen wirtschaftlichen Hintergrund. Der Streikende wies ferner Meinungen zurück, denen zufolge der Streik gezeigt habe, dass man auf die NBC in der namibischen Medienlandschaft auch verzichten könne. Er behauptet, auf dem Land gebe es nur NBC-Radioempfang. „Die Menschen dort sind auf unsere Arbeit angewiesen.“

Derweil forderte auch die Namibia Media Professionals Union (NAMPU) in einem Brief an Präsident Geingob, das Budget für NBC neu zu beurteilen und zu verhindern, es zu einem Regierungssprachrohr zu machen. Auch die Journalistengewerkschaften aus Frankreich, Italien und Indien sollen sich hinter die NBC gestellt haben. Die Echtheit dieser Bekundungen mit identischem Wortlaut ist noch unbestätigt und wird teils angezweifelt.

Premierministerin Saara Kuugongewla-Amadhila sagte, die Regierung erkenne durchaus an, dass die Merhheit der Bevölkerung Namibias auf Information durch NBC angewiesen sei. Man sei jedoch nicht in der Lage, die finanziellen Forderungen der Angestellten zu erfüllen.