02 August 2021 | Gesundheit

Namibia jetzt Hochrisikogebiet

Geingob lockert COVID-19-Maßnahmen – mahnt Bevölkerung zur Vorsicht

Der namibische Präsident, Hage Geingob, lockert die COVID-19-Maßnahmen, ermahnt aber sein Volk, weiterhin Sorge zu tragen, dass es nicht infolge von Versammlungen und Veranstaltungen an Corona erkrankt. Gleichzeitig gibt Deutschland die Kategorisierung der meisten afrikanischen Länder als Variantengebiet auf – Namibia und Südafrika gelten seit dem 1. August 2021 als Hochrisikogebiete.

Von Frank Steffen

Windhoek

Geingob ermutigte am vergangenen Freitag, als er die COVID-19-Maßnahmen lockerte, das namibische Volk, sich impfen zu lassen. Den langsamen Fortschritt des Impfprogramms, schrieb er einer bestehenden Vakzin-Resistenz unter der Bevölkerung zu. Beobachter stehen dieser Ansicht kritisch gegenüber, nachdem das Gesundheitsministerium wochenlang keine Impfmittel zur Verfügung stellen konnte. Seit vergangenem Dienstag kann keine Astra-Zeneca-Impfung durchgeführt werden, weil der Staat sogar die Zweitdosierungen an Personen herabgefahren hatte, die sich erstmals impfen ließen.

Namibia verlangt von Einreisenden nach wie vor einen negativen PCR-Test, der nicht älter ist als 72 Stunden nach Aufnahme der Probe. Allerdings ist das Einbringen eines „De-Isolation Certificates“ (Genesenen-Nachweises) neu. Demnach darf eine Person ohne erneute Quarantäne einreisen, wenn sie vor nicht länger als drei Monaten aus der Quarantäne entlassen wurde – also der Zeitspanne von der akzeptiert wird, dass Erkrankte nach Genesung immun gegen den Virus bleiben.

Das Robert-Koch-Institut gab inzwischen bekannt: „Namibia gilt nun als Hochinzidenzgebiet bzw. Hochrisikogebiet (zuvor Virusvariantengebiet).“ Seit dem 1. August 2021 gilt allerdings eine generelle Nachweispflicht, laut der Personen ab 12 Jahren grundsätzlich bei der Einreise über ein negatives PCR-Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenen-Nachweis verfügen müssen.

Indessen erlaubt der namibische Staat seit Mitternacht vom 31. Juli auf den 1. August wieder das Reisen zwischen Regionen und die Ausgangssperre gilt künftig ab 22 Uhr bis vier Uhr in der Früh. Die Beschränkung von zehn Teilnehmern an einer Veranstaltung wurde nun wieder auf 50 angehoben, allerdings darf eine solche Veranstaltung nicht zwei Stunden überdauern. Auch der Präsenzunterricht soll wieder aufgenommen werden (mehr dazu auf Seite 3).

An den Tagen Montag bis Freitag zwischen neun und 18 Uhr darf Alkohol verkauft werden, doch muss dieser mitgenommen werden. Dies betrifft laut Verordnung 160 vom 31. Juli 2021 nicht nur Shebeens und Getränkeläden, sondern auch Restaurants, es sei denn es handelt sich um ein Restaurant, dass seinen Hotelgästen den Alkohol als Teil der Mahlzeiten serviert (selbst dann gilt 22 Uhr als Verkaufsschluss).

Nach wie vor ist der Kontaktsport verboten und bleiben Nachtklubs, Casinos und Spielhöllen geschlossen. Dies gilt auch für Freizeit- und Erholungseinrichtungen – also auch Sportklubs und Fitness-Studios –, doch trifft dies explizit nicht auf Spielplätze und Schwimmbäder zu. Friseurläden sowie Schönheitssalons und Kurorte dürfen indessen geöffnet bleiben.

Laut Geingob befindet sich die dritte COVID-19-Welle, die hauptsächlich auf dem Ausbruch der Delta-Variante beruht, im Begriff abzunehmen. In der Tat nähert sich Namibia dem sieben-Tage-Inzidenzwert von knapp 100 pro 100 000 Einwohnern, doch ist dabei bemerkenswert, dass die namibische Sterberate sich erstmals auf dem Prozentsatz von 2,5% befindet, welches anderswo längst als Norm galt.

Bald täglich beklagt Namibia den Tod von bekannten Persönlichkeiten. Zuletzt war die erst unlängst ernannte Vize-Hochschulministerin Veno Kauaria verstorben. Diese war auch in der deutschsprachigen Gemeinschaft als ehemaliges Mitglied des Elternvorstandes der Delta-Oberschule-Windhoek bekannt. Gestern wurde auch das Ableben von Foibe Namene bekannt, der Geschäftsführerin des namibischen Elektrizitäts-Kontrollrates ECB.