31 Oktober 2017 | Polizei & Gericht

Mordprozess nimmt Wende

Windhoek (ms) – Eine des Mordes an ihrem deutschsprachigen Ex-Freund verurteilte Frau hat überraschend einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Magistratsrichter gestellt und bei jenem damit erhebliche Irritation ausgelöst.

Bei der Fortsetzung des Verfahrens gegen die am Mittwoch schuldig gesprochene Anthea Arnold (32) kündigte deren Verteidiger Mbanga Siyomunji am Freitag an, seine Mandantin wolle die Selbstablehnung des zuständigen Magistratsrichters Ileni Velikoshi erwirken, den sie für voreingenommen halte. Diese Überzeugung begründet Arnold in einer eidesstattlichen Erklärung unter anderem damit, der Magistratsrichter habe sie von Beginn an für schuldig gehalten und für die Staatsanwaltschaft Partei ergriffen.

Velikoshi zufolge sei der Antrag deplatziert und hätte die dafür bemühte Begründung vielmehr die Form einer Berufung gegen ihre Verurteilung annehmen müssen. Demnach bestand er darauf, die eigentlich zur Verhandlung anstehenden Strafanträge von Anklage und Verteidigung anzuhören. Weil Siyomunji dafür aber angeblich nicht vorbereitet war, wurde das Verfahren auf Donnerstag vertagt.

In seiner Urteilsbegründung hatte es Velikoshi als erwiesen angesehen, dass Arnold am in der Nacht zum 15. Mai 2011 ihren ehemaligen Lebensgefährten Michael Breder (52) im südlichen Industrieviertel von Windhoek in dessen Wagen erschossen hat. Sie selbst hatte stets beteuert, sich gegen einen Angriff des angeblich alkoholisierten Breder verteidigt und dabei in Notwehr gehandelt zu haben.